Darmflora nach der Darmspiegelung: So baust du sie wieder auf

Mithilfe einer Darmspiegelung können Veränderungen im Darm frühzeitig erkannt werden. Bei der Untersuchung führt der Arzt oder die Ärztin eine kleine Kamera in den Darm, sodass die Darmschleimhaut visuell untersucht werden kann. Das gelingt allerdings nur, wenn der Darm gründlich entleert worden ist. Kurzfristig kann diese radikale Darmentleerung zu einer Veränderung des Mikrobioms der Darmschleimhaut führen. Es ist aber möglich, die Darmflora nach der Darmspiegelung wiederaufzubauen.

Belastung für die Darmflora: Die Darmspiegelung

Vor einer Darmspiegelung ist es nötig, den Darm mithilfe eines Abführmittels zu entleeren. Mit dem Abführen beginnst du einige Tage vor der Behandlung: Du musst eine salzhaltige Lösung trinken, die der Darmwand Wasser entzieht. Dadurch verflüssigt sich der Stuhl, das Stuhlvolumen erhöht sich und der Entleerungsvorgang wird aktiviert. Du kannst diesen Prozess unterstützen und einer Dehydration vorbeugen, indem du viel Wasser trinkst. Auf feste Nahrung musst du bis zur Untersuchung verzichten. Diese Prozedur belastet die Darmflora und kann kurzfristig zu einer Veränderung des Mikrobioms führen. Der schonende Aufbau der Darmflora nach der Darmspiegelung ist daher eine sinnvolle Maßnahme.

Das Mikrobiom: Wichtig für deine Gesundheit

Das Mikrobiom beschreibt die Gesamtheit aller Mikroorganismen in deinem Darm. Mehr als 400 verschiedene Darmbakterien-Arten leben allein in deinem Dickdarm. Insgesamt umfasst die Darmflora mehrere Billionen Bakterien. Sie unterstützen deine Verdauung, produzieren Enzyme, Aminosäuren und Vitamine (B2, B12 und K). Zudem sind Darmbakterien äußerst wichtig für deine Immunabwehr, da sie dich effektiv vor Krankheitserregern schützen. Ein stabiles und artenreiches Mikrobiom ist daher wichtig für deine Gesundheit und dein Wohlbefinden.

Die Darmflora nach der Darmspiegelung

Eine gesunde Darmflora basiert auf einem komplexen Zusammenspiel von Bakterien und Mikroorganismen. Verschiedene Faktoren können dieses sensible Gleichgewicht stören. Dazu gehören beispielsweise anhaltender Stress, eine einseitige Ernährung oder die Einnahme von Antibiotika. Allerdings kann auch die intensive Einnahme von Abführmitteln die Zusammensetzung der Darmflora kurzfristig verändern. Studien1 zufolge reduziert die Einnahme von Abführmitteln die Bakteriengattungen Lactobacillus plantarum, Gemella, Clostridium cellulosi und Ruminococcus callidus.

Andere Gattungen wie Proteobakterien sowie Dorea formicigenerans treten unmittelbar nach der Darmreinigung dagegen vermehrt auf. Folglich kann die Darmflora nach der Darmspiegelung eine ähnliche Bakterienzusammensetzung aufweisen wie bei Menschen, die unter dem Reizdarmsyndrom oder einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung leiden. Dieses Ungleichgewicht lässt sich abmildern, indem du das Abführmittel in zwei Dosen einnimmst.2 Darüber hinaus kannst du nach der Darmspiegelung deine Darmflora mit einer gesunden Ernährung sowie probiotischen Nahrungsmitteln schonend wiederaufbauen.

Aufbau der Darmflora nach Darmspiegelung mit ausgewogener Ernährung

Unmittelbar nach der Darmspiegelung schonen fettarme und leicht verdauliche Lebensmittel den noch leeren Verdauungstrakt. Tee, stilles Wasser sowie Gemüsesäfte eignen sich gut dazu, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Sobald sich dein Stuhlgang normalisiert hat, kannst du dich wieder vielseitiger ernähren, um deine Darmflora nach der Darmspiegelung wieder aufzubauen.

Eine ausgewogene, vitaminreiche und ballaststoffhaltige Kost eignet sich dafür besonders gut. Vollkornprodukte, Obst und Gemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte sowie Milchprodukte liefern wertvolle Nähr- und Mineralstoffe, die nützlichen Darmbakterien als Nahrungsgrundlage dienen. Fertigprodukte, Alkohol, einfache Kohlenhydrate und Zucker unterstützen dagegen das Wachstum unerwünschter Bakterienstämme. Daher ist es ratsam, solche Lebensmittel zu vermeiden beziehungsweise durch nährstoffreiche, unverarbeitete Alternativen zu ersetzen.

Darmflora nach der Darmspiegelung wiederaufbauen: Präbiotika und Probiotika

Flohsamen, Knoblauch, Artischocken, Chicorée oder Schwarzwurzeln sind Beispiele für präbiotische Lebensmittel: Sie enthalten unverdauliche Nahrungsbestandteile, die eine wichtige Nahrungsquelle für nützliche Bakterien sind. Im Verdauungstrakt werden Präbiotika vergoren, wodurch nützliche Stoffwechselprodukte entstehen: Kurzkettige Fettsäuren dienen Darmzellen als Energiequelle und sorgen, ebenso wie Milchsäure, für einen niedrigen pH-Wert im Dickdarm. Dieses saure Milieu erschwert das Ansiedeln schädlicher Darmbakterien, während es die Anzahl der nützlichen Darmbakterien erhöhen kann.

Zu den nützlichen Darmbakterien zählen unter anderem Milchsäurebakterien und Bifidobakterien. Diese Bakterienstämme stärken das Immunsystem und unterstützen die Nährstoffaufnahme. Probiotische Lebensmittel wie Naturjoghurt oder Kefir enthalten lebende Milchsäurebakterien, die sich im Darm vermehren und somit unerwünschte Organismen verdrängen können.

Eine ausgewogene Ernährung mit präbiotischen und probiotischen Lebensmitteln kann somit zum Aufbau einer gesunden Darmflora nach der Darmspiegelung beitragen.

Darmbakterien nach der Darmspiegelung: Mit BIOMES Klarheit gewinnen

Möchtest du überprüfen, ob deine Darmbakterien nach der Darmspiegelung im Gleichgewicht sind? Mit der modernen Darmanalyse3 INTEST.pro von BIOMES kannst du dir einen Überblick über die Bakterienzusammensetzung deiner Darmflora verschaffen. Dafür schickst du eine kleine Stuhlprobe in unser Labor. Die detaillierte Auswertung der Stuhlprobe verrät dir, wie es um deine Darmgesundheit, den Bakterienhaushalt deiner Darmflora und deine Immunstärke steht. Zusätzlich erhältst du Informationen über die Vitaminsynthese deiner Darmflora und du erfährst, ob du an Unverträglichkeiten leidest. Zudem erhältst du einen individuell auf dich abgestimmten Ernährungsplan mit zahlreichen Ernährungsvorschlägen, die der Gesundheit deines Darms dienen. Mit konkreten Tipps helfen wir dir dabei, deine Darmflora nach der Darmspiegelung effektiv wiederaufzubauen und zu stärken.
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1. Jalanka J, Salonen A, Salojarvi J, Ritari J et al. Effects of bowel cleansing on the intestinal microbiota. Gut 2015:64(10), 1562-8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25527456

2. Ibid.

3. Cho I, Blaser M J. The human microbiome: at the interface of health and disease. Nature Reviews Genetics 2012:13, 260-270. https://www.nature.com/articles/nrg3182