Reizdarm: Welche Ursache die Beschwerden auslösen kann

Beim Reizdarmsyndrom handelt es sich um eine funktionelle Störung des Darmtrakts, die vielfältige Symptome auslösen kann. Sie äußern sich von Person zu Person unterschiedlich. Ähnlich verhält es sich mit den Gründen, warum die Beschwerden überhaupt entstehen. Eine einzige Ursache für einen Reizdarm lässt sich nämlich nicht ausmachen – stattdessen beobachten Mediziner immer wieder eine Reihe unterschiedlicher Auslöser, die das Reizdarmsyndrom begünstigen können.
 

Störung der natürlichen Darmbewegung als Reizdarm-Ursache

Der Nahrungsbrei wird im Darm durch rhythmische An- und Entspannung der Muskulatur, die sogenannte Darmperistaltik, fortbewegt. Sie wird durch ein eigenes Nervensystem in der Darmwand gesteuert. Es ist ähnlich komplex aufgebaut wie das zentrale Nervensystem und wird deshalb auch als Bauchhirn bezeichnet. Ist die Kommunikation zwischen Nerven und Muskeln allerdings fehlerhaft, erfolgen die Kontraktionen unter Umständen zu schnell oder zu langsam.

Bei zu schnellen Darmbewegungen hat der Verdauungstrakt keine Zeit, dem Nahrungsbrei genug Wasser zu entziehen. Die Folge: Der Stuhl ist flüssig und wird durchfallartig ausgeschieden.

Sind die Darmbewegungen verlangsamt, entzieht der Darm dem Nahrungsbrei zu viel Wasser, was wiederum Verstopfung verursachen kann.

Postinfektiöses Reizdarmsyndrom

Auch eine akute Magen-Darm-Erkrankung zählt zu den möglichen Ursachen für einen Reizdarm: Einige Bakterienstämme stehen dabei besonders im Verdacht, auch nach Abklingen der eigentlichen Infektion einen chronisch gereizten Darm zu verursachen, den Mikroentzündungen in der Darmwand auslösen. Charakteristisch hierfür ist ein Reizdarmsyndrom, das von starkem Durchfall dominiert wird.

Störung der Darmbarriere

Die Darmbarriere ist dafür zuständig, die Durchlässigkeit des Darms zu regulieren: Stoffe, die in den Darm gehören, sollen durchgeschleust und Schädliches abgewehrt werden. Verantwortlich dafür sind bestimmte Zellen der Darmschleimhaut, die mit ihren benachbarten Zellen eine effektive und undurchlässige Brücke bilden. Dichten diese Brücken nicht zureichend ab, wird die Darmschleimhaut zu durchlässig, und es gelangen unter Umständen auch Fremdkörper und Krankheitserreger in den Darm.

Viszerale Hypersensitivität

Gerade bei Betroffenen, die hauptsächlich über Bauchschmerzen klagen, kann die sogenannte viszerale Hypersensitivität die primäre Ursache für den Reizdarm sein. Das bedeutet, dass der Darm übermäßig sensibel ist: Bewegungen, Druck und Dehnung des Darms empfinden entsprechende Patienten schneller als schmerzhaft als andere.

Störung der Darmflora

Das Mikrobiom des Darms ist ein eigenes Ökosystem, das hunderte Billionen Bakterien enthält. Die meisten davon sind nützlich und halten Krankheitserreger in Schach. Durch einen Infekt oder die Einnahme von Antibiotika kann dieses Verhältnis allerdings schnell kippen. Ist die Darmflora langfristig aus dem Gleichgewicht geraten, macht sich das unter anderem durch einen nervösen und empfindlichen Darm bemerkbar.

Ein Darmtest, in dem die genaue Verteilung der Darmbakterien im Labor analysiert wird, kann Aufschluss darüber geben, ob eine gestörte Darmflora als Ursache für deinen Reizdarm infrage kommt. Mit dem INTEST.pro von BIOMES kannst du die für solch einen Test notwendige Stuhlprobe sogar bequem zu Hause durchführen – das Teströhrchen schickst du im beigefügten Umschlag einfach per Post an unser Labor.

Reizdarm – wenn die Ursache in der Psyche liegt

Auch die Psyche kommt als Reizdarm-Ursache infrage: Begriffe wie „Bauchgefühl“ lassen bereits vermuten, wie eng Darm und Gehirn miteinander verknüpft sind. Das liegt an der sogenannten Darm-Hirn-Achse, welche die hunderten Millionen Nervenzellen des Darms mit dem zentralen Nervensystem verbindet. Es findet also ein reger Austausch zwischen Kopf und Bauch statt, Signale aus dem Darm beeinflussen die Psyche und umgekehrt. Stress, Angst oder Trauer können also buchstäblich auf den Bauch schlagen und ein Reizdarmsyndrom auslösen oder verstärken.

Reizdarmsyndrom: Weitere Ursachen

Auch andere Ursachen für einen Reizdarm sind denkbar: So können zum Beispiel die Gene eine Rolle bei der Entwicklung eines Reizdarms spielen. In Sachen Ernährung ist ein Einfluss nicht hinreichend erwiesen. Fest steht aber, dass eine frische und ballaststoffreiche Kost das Wachstum nützlicher Darmbakterien positiv beeinflusst. Dagegen können Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Laktose- oder Glutenintoleranz reizdarmähnliche Symptome auslösen. Sie lassen sich allerdings durch eine angepasste Ernährungsweise weitestgehend lindern.