Reizdarm: Welches Symptom vorherrscht

Wer am Reizdarmsymptom leidet, muss mit der Tatsache leben, dass sich für seine Beschwerden in der Regel keine klinischen Befunde ermitteln lassen. Dennoch verursacht ein Reizdarm Symptome, die Betroffene häufig in ihrem Alltag einschränken. Das Symptombild kann unterschiedlich ausfallen, einige Beschwerden treten aber besonders häufig auf. Auf Basis der Häufigkeit und Verteilung typischer Beschwerden ist es möglich, bestimmte Reizdarm-Typen auszumachen.
 

Bauchschmerzen

Unspezifische Bauchschmerzen gehören zu den typischen Anzeichen eines Reizdarms. Sie treten selten punktuell auf, sondern betreffen meist den gesamten Bauchraum. Die Schmerzintensität kann je nach Tageszeit schwanken und nach den Mahlzeiten zunehmen. Auch tages- und wochenweise Schwankungen sind normal. Wie bei anderen Symptomen eines Reizdarms kann auch für die Bauchschmerzen keine unmittelbare organische Ursache festgestellt werden. Ärzte vermuten bei Reizdarmpatienten daher eine Veranlagung zur sogenannten viszeralen Hypersensitivität. Das bedeutet, dass die Schmerzempfindlichkeit des Darms erhöht ist, sodass Betroffene zum Beispiel schon normale Mengen an Gas im Darm als Druckschmerz wahrnehmen.

Blähbauch und Blähungen

Ursache für die Bauchschmerzen ist oft auch ein Blähbauch, der bei Reizdarm häufig vorkommt. Ein gewisses Maß an Darmgasen ist normal – sie entstehen unter anderem bei der Verdauung oder gelangen durch kohlensäurehaltige Getränke und das versehentliche Schlucken von Luft in den Magen-Darm-Trakt. Kommt es jedoch zu einer starken Gasentwicklung und vermehrtem Abgang von Darmgasen, ist das ein typisches Symptom für einen Reizdarm.

Völlegefühl

Schon kleine Portionen haben beim Reizdarm oft große Auswirkungen: Völlegefühl selbst nach geringer Nahrungsaufnahme gehört zu den gängigsten Anzeichen für einen Reizdarm und ist oft auf die erhöhte Gasentwicklung zurückzuführen. Helfen kann es, wenn du rohe Zwiebeln, Hülsenfrüchte und andere schwer verdauliche, blähende Lebensmitteln von deinem Speiseplan streichst. Ohnehin spielt eine angepasste Ernährungbei der Linderung von Reizdarm-Symptomen eine große Rolle.

Stuhlunregelmäßigkeiten

Die Frequenz des Stuhlgangs ist sehr individuell, sie pendelt sich jedoch bei den meisten Menschen bei ein- bis zweimal pro Tag ein. Weicht die Frequenz stark nach unten oder oben ab, spricht man entweder von Verstopfung (Obstipation) oder Durchfall (Diarrhö). Verstopfung geht zudem meist mit sehr hartem Stuhl einher, während dieser bei Durchfall in der Regel breiig oder verwässert ist.

Starker Stuhldrang

Ein weiteres bekanntes Symptom bei einem Reizdarm: Betroffene verspüren mehrmals am Tag den ausgeprägten Drang, auf die Toilette zu müssen. Oft geht dieser erhöhte Stuhldrang mit einem Druckgefühl und Bauchschmerzen einher. Erschwerend kommt manchmal das Gefühl hinzu, den Darm nicht richtig entleeren zu können.

Die verschiedenen Reizdarm-Typen

Die Symptome eines Reizdarms sind also breit gefächert – bei den Betroffenen sind sie in der Regel sehr unterschiedlich stark ausgeprägt. Oft lässt sich jedoch ein zentrales Leitsymptom ausmachen.

Den Schmerz-Typ plagen in erster Linie Krämpfe und Schmerzen im Magen-Darm-Bereich, ohne dass sich nennenswerte Stuhlveränderungen zeigen.

Der Bläh-Typ leidet hauptsächlich unter ungewöhnlich starker Gasentwicklung im Darm.

Der Verstopfungs-Typ kennt eine verringerte Stuhlfrequenz als Hauptsymptom – hiervon sind besonders Frauen betroffen.

Beim Durchfall-Typ ist Diarrhö vorherrschend.

Auch Mischformen zwischen den einzelnen Typen sind möglich.

Besonderheiten beim Reizdarm: Anzeichen richtig einschätzen

Grundsätzlich gilt, dass sich das Reizdarmsyndrom und seine Symptome bei jedem Menschen anders äußern. Zudem sind sie leicht mit den Anzeichen anderer Erkrankungen zu verwechseln – wenn du also unter neu auftretenden Verdauungsbeschwerden leidest, solltest du die Symptome immer von einem Arzt abklären lassen. Allerdings gibt es einige typische Hinweise, dass es sich bei den vorherrschenden Symptomen um die eines Reizdarms handelt.

Das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle Erkrankung mit chronischem Verlauf. Das heißt, die Beschwerden halten in der Regel mindestens drei Monate lang an. Viele Patienten begleitet ihr nervöser Darm ein Leben lang. Dabei ist es jedoch typisch, dass die Intensität der Symptome schwankt: Oftmals verlaufen Wochen und Monate quasi beschwerdefrei, bis sich der Reizdarm wieder bemerkbar macht. Insbesondere Stress und psychische Belastung gelten als Katalysator für die Beschwerden.

Dafür spricht auch, dass viele Betroffene nur im wachen Zustand mit Symptomen wie Durchfall oder Bauchschmerzen zu kämpfen haben – im Schlaf hingegen kann sich der Darm beruhigen. Schuld daran ist die sogenannte Mikrobiom-Darm-Hirn-Achse: Das zentrale Nervensystem, das Nervensystem des Darms sowie die Darmflora stehen in Beziehung zueinander und beeinflussen sich wechselseitig.

So können die Symptome zum Beispiel durch eine aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora ausgelöst werden. Einen Anhaltspunkt darauf kann eine Stuhluntersuchung im Labor geben. Mithilfe von INTEST.pro von BIOMES kannst du diesen Test bequem zu Hause durchführen und deine Stuhlprobe anschließend per Post einschicken.

Psychische Symptome bei einem Reizdarm

Aufgrund dieser Verbindung zwischen Gehirn und Darm kann sich ein Reizdarm durchaus auch auf die Psyche auswirken. Besonders häufig zu beobachten sind:

  • Schlaf- oder Konzentrationsstörungen
  • Müdigkeit und Erschöpfungszustände
  • Depressive Verstimmung
  • Angststörungen
  • Diffuse Kopf- und Gliederschmerzen ohne akute organische Ursache
Daher ist es wichtig, einen Reizdarm ganzheitlich zu behandeln und nicht nur die körperlichen Beschwerden zu bekämpfen. Beispielsweise können Meditation und autogenes Training Stress und Angst wirksam reduzieren und sich dadurch positiv auf die physischen Symptome eines nervösen Darms auswirken.