Colitis ulcerosa: Die Ursachen der chronischen Darmkrankheit

Colitis ulcerosa scheinen mehrere Ursachen hervorzurufen. Zahlreiche Studien geben Hinweise darauf, welche Umstände den Ausbruch der chronisch-entzündlichen Darmkrankheit (CED) verursachen. Restlos erforscht ist Colitis ulcerosa jedoch noch nicht. Neben den Genen spielen viele weitere Faktoren eine Rolle.
 

Mögliche Ursachen für Colitis ulcerosa

Bei Colitis ulcerosa kommt es zu einer starken Entzündung im Darm. Das Immunsystem kann nicht mehr korrekt zwischen gesunden und schädlichen Bakterien unterscheiden. In der Folge reagiert das körpereigene Abwehrsystem ungewöhnlich heftig auf Bakterien in der Darmschleimhaut.
Eine einzelne und bestimmte Ursache für Colitis ulcerosa gibt es allem Anschein nach nicht. Wie bei Morbus Crohn – ebenfalls eine chronisch-entzündliche Darmkrankheit – legen Untersuchungen nahe, dass immer ein Zusammenspiel aus mehreren Umständen zum Ausbruch der Krankheit führt 1.

Die Gene

Immer wieder weisen Wissenschaftler weitere Gene nach, deren Veränderung einen Ausbruch von Colitis ulcerosa begünstigt. Insgesamt spielt die genetische Veranlagung bei Colitis ulcerosa als Ursache jedoch eine weniger starke Rolle als bei Morbus Crohn. Das Risiko kann familiär zwar erhöht sein, aber allein aufgrund entsprechender genetischer Voraussetzungen bricht Colitis ulcerosa in der Regel nicht aus.

Die Lebensumstände

Es gibt bestimmte geografische Regionen, in denen chronisch-entzündliche Darmkrankheiten gehäuft auftreten. In Entwicklungsländern ist Colitis ulcerosa weniger verbreitet als in Industrieländern. Und bei Stadtbewohnern treten chronisch-entzündliche Darmerkrankungen ebenfalls vermehrt auf; im Gegensatz zu Personen, die auf dem Land leben oder zumindest dort aufgewachsen sind. Einer der Unterschiede sind die hygienischen Bedingungen: Eine nicht allzu sterile Umgebung scheint hierbei für mehr Widerstandskraft zu sorgen.

Die Ernährung

Was ein Mensch zu sich nimmt, hat ebenfalls einen Einfluss auf den Darm und eventuell auftretende Krankheiten wie Colitis ulcerosa. Eine ausgewogene Ernährung scheint das Risiko auf den Ausbruch von Colitis ulcerosa zu verringern. Obst und Gemüse, Ballaststoffe und ungesättigte Fettsäuren sind nur einige Nahrungsbausteine, die der Körper regelmäßig benötigt. Wer sich einseitig ernährt, häufig zu stark verarbeiteten Lebensmitteln greift und beispielsweise viel Zucker zu sich nimmt, erhöht die Wahrscheinlichkeit, an chronischen Entzündungen im Darm zu leiden.

Colitis ulcerosa: Verschiedene Ursachen spielen zusammen

All diese Faktoren kommen nach heutigem Wissensstand jedoch nie allein als Ursache für Colitis ulcerosa infrage. Der Ausbruch der Krankheit wird aller Wahrscheinlichkeit nach von einem komplexen Zusammenspiel aus verschiedenen Umweltfaktoren, der genetischen Veranlagung und dem Zustand der Darmflora beeinflusst.

Da sich alles gegenseitig beeinflusst, ist die tatsächliche Ursache für Colitis ulcerosa schwer auszumachen. Beispielsweise hat jemand, der auf dem Land lebt, offensichtlich ein geringeres Risiko zu erkranken. Das kann damit zusammenhängen, dass Menschen dort mehr Kontakt zur Natur und damit zu mehr Bakterien haben. Dies wiederum erhöht die Vielfalt der Darmbakterien. Außerdem ist dadurch das Immunsystem geübter darin, auf verschiedenste äußere Einflüsse zu reagieren.

Hingegen verhindern allzu sterile Umgebungen – gerade bei Kindern –, dass sich ein vielfältiges Mikrobiom ausbilden kann. Auch eine frühzeitige oder häufige Einnahme von Antibiotika kann dazu führen, dass wichtige Bakterien im Darm absterben und das Gleichgewicht nachhaltig durcheinandergebracht ist. Da die Darmflora das Immunsystem beeinflusst und reguliert, sorgt ein Ungleichgewicht im Darm mitunter für Störungen des Abwehrsystems.

Darmpflege mit und ohne Colitis ulcerosa

Es besteht ein Zusammenhang zwischen chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten und dem Zustand der Darmflora. Das haben Studien bereits belegt2. Personen, die an Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn erkranken, weisen fast immer ein Ungleichgewicht der Darmflora auf. Was jedoch zuerst da war – die gestörte Darmflora oder die Krankheit –, ist nicht zweifelsfrei geklärt.

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1. Eisenstein M. Biology: A slow-motion epidemic. Nature. 2016:540, S98–9. https://www.nature.com/articles/540S98a
2. Ni J, Wu GD, Albenberg L, Tomov VT. Gut microbiota and IBD: causation or correlation? Nat Rev Gastroenterol Hepatol. 2017 ;14:573–84. https://www.nature.com/articles/540S98a