Morbus Crohn: Mögliche Ursachen der chronischen Krankheit

Die chronische Darmentzündung Morbus Crohn und ihre Ursachen erforschen Wissenschaftler seit Jahren intensiv. Trotzdem gibt die Krankheit noch einige Rätsel auf. Allem Anschein nach spielen bei ihrem Ausbruch mehrere Faktoren zusammen.
 
Grundsätzlich ist bei Morbus-Crohn-Patienten die Barrierefunktion der Darmschleimhaut gestört. Dadurch können Bakterien in die Darmschleimhaut eindringen, die dort nichts zu suchen haben. Infolgedessen springt das Immunsystem an und aktiviert Entzündungszellen. Diese Reaktion fällt bei Morbus-Crohn-Patienten sehr stark aus und führt zu einer chronischen Entzündung, die sich in schweren Fällen auf den gesamten Verdauungsapparat erstrecken kann. Die Symptome reichen dabei von schmerzhaftem Durchfall bis hin zu Entzündungen der Mundschleimhaut.

Welche Faktoren können das Risiko, an Morbus Crohn zu erkranken, erhöhen? Und kann man einem Ausbruch der Krankheit vorbeugen?

Ist Morbus Crohn erblich?

Wissenschaftlicher haben bereits über 70 Gene identifiziert, die bei der Entstehung von Morbus Crohn eine Rolle spielen könnten. Veränderungen in bestimmten Genen können das Risiko auf Morbus Crohn erhöhen. Doch Genmutationen sind in der Regel nicht allein dafür verantwortlich, dass die Krankheit ausbricht. Selbst wer genetisch bedingt eine erhöhte Wahrscheinlichkeit hat, an Morbus Crohn zu erkranken, bleibt häufig gesund. Die Zusammenhänge, die zum Ausbruch der Darmkrankheit führen, scheinen äußerst komplex zu sein und werden unter anderem von äußeren Einflüssen sowie den mikrobiellen Bedingungen im Darm beeinflusst.

Umweltfaktoren erhöhen das Erkrankungsrisiko

Zahlreiche Studien haben bereits versucht, den Zusammenhang zwischen diversen Umweltfaktoren und einer Morbus-Crohn-Erkrankung herauszufinden. Einige Gegebenheiten scheinen das Risiko einer Erkrankung zu beeinflussen:

Lebensweise beeinflusst den Krankheitsverlauf

Doch nicht nur der Ort, an dem man lebt, hat Einfluss auf die Krankheit, sondern auch die grundsätzliche Lebensweise. Folgende Faktoren wirken sich negativ auf den Krankheitsverlauf aus:

  • Bewegungsmangel
  • unausgewogene Ernährung
  • Aufnahme von wenigen Ballaststoffen und gleichzeitig vielen Kohlenhydraten
  • Schlafstörungen
  • körperlicher und psychischer Stress
  • psychische Erkrankungen wie Depressionen
  • Rauchen
Für den Behandlungserfolg bei Morbus Crohn sollten Patienten versuchen, diese negativen Einflüsse falls möglich zu vermeiden. Die genannten Faktoren sind nicht ursächlich für Morbus Crohn, doch ein gewisser Einfluss auf den Krankheitsverlauf gilt als sicher. Dass sich Rauchen negativ auswirkt, haben bereits viele Studien und Untersuchungen zweifelsfrei gezeigt. Für Raucher ist das Risiko, an Morbus Crohn zu erkranken, doppelt so hoch wie für Nichtraucher. Zudem ist bei Rauchern die Rückfallrate nach einer Darmoperation signifikant höher.

Die Rolle der Darmflora bei Morbus Crohn

Eine starke und dauerhafte Entzündung im Darm hat auch Auswirkungen auf die Darmflora. Inwiefern ein Ungleichgewicht bei den Darmbakterien Auslöser für Morbus Crohn sein kann, wird noch erforscht. Studien zeigen jedoch bereits, dass ein Zusammenhang wahrscheinlich ist. Denn bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen – zu denen neben Morbus Crohn auch Colitis ulcerosa zählt – ist das Gleichgewicht im Darm häufig gestört. Diese Dysbiose (Ungleichgewicht der Darmflora) besteht bei vielen Patienten bereits zu Beginn der Erkrankung. Es könnte also sein, dass die gestörte Darmflora den Ausbruch einer Entzündung begünstigt.

Denn die Mikroben im Darm spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Immunsystems – und damit auch bei der Förderung von oder der Vorbeugung gegen Entzündungen. Wenn das Gleichgewicht zwischen den Bakterien gestört ist, sind womöglich die Vertreter in der Mehrzahl, die Entzündungen begünstigen.

Weitere mögliche Ursachen von Morbus Crohn

Nach bisheriger Erkenntnis sind genetische Veränderungen ursächlich für Morbus Crohn – jedoch nicht allein. Eine ebenfalls große Bedeutung kommt weiteren Faktoren wie der Lebensweise, der Ernährung und dem Zustand der Darmflora zu. Außer den genannten Dingen können weitere Ursachen für Morbus Crohn in Betracht kommen:
Viele dieser möglichen Auslöser kannst du selbst nicht beeinflussen – seien es deine Gene oder Infektionen, die du in der Kindheit hattest. Doch dein Darm dankt es dir beispielsweise in jedem Fall, wenn du auf deine Ernährung achtest.

Das kannst du für deine Darmgesundheit tun

Wenn du aktiv etwas für deine Darmgesundheit tun möchtest, musst du natürlich zunächst wissen, wie es deinem Darm geht. Schließlich steckt nicht hinter jedem Durchfall eine schwere oder gar chronische Erkrankung. Unabhängig davon kann eine ausgeglichene Darmflora dein Wohlbefinden allgemein verbessern. Bei starken Symptomen sind allerdings immer ein Gang zum Arzt und eingehende Untersuchungen zu empfehlen.

Mit einem Darmflora-Test wie INTEST.pro kannst du erfahren, wie deine Darmflora zusammengesetzt ist und ob ihr bestimmte Bakterien fehlen – oder andere in zu hoher Anzahl vorhanden sind. Beispielsweise findest du damit heraus, ob du besonders viele Bakterien hast, die Entzündungen auslösen oder wie es um die Bakterien steht, die deine Darmschleimwand schützen. Das Verständnis der eigenen Mikrobiota und das Wissen um ein eventuell bestehendes Ungleichgewicht können helfen, Beschwerden auf den Grund zu gehen. Denn ein Zusammenhang zwischen dem Zustand der Darmflora und chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten ist sehr wahrscheinlich, auch wenn noch nicht zweifelsfrei geklärt ist, was Ursache und was eine Folge daraus ist.