Morbus Crohn: Möglichkeiten der Therapie

Treten Beschwerden im Magen-Darm-Trakt auf, ist eine Diagnose der Ursache oftmals erst nach langwierigen Untersuchungen und vielen Arztbesuchen möglich. Da sich Darmerkrankungen häufig in ähnlichen Symptomen äußern, ist die Ursache der Beschwerden oft nicht leicht feststellbar. Eine von vielen chronischen Darmerkrankungen ist Morbus Crohn. Welche Beschwerden treten bei dieser Krankheit auf? Welche Therapien gibt es?

Morbus Crohn: Eine kurze Definition

Morbus Crohn ist eine chronische Entzündung des Darms; der Name der Krankheit geht auf ihren Entdecker zurück, den Arzt Dr. Burrill Bernard Crohn. Schwachstellen im Immunsystem des Betroffenen begünstigen Entzündungen im Darm. Die genauen Zusammenhänge zwischen Immunabwehr und Darmbeschwerden sind bis heute nicht vollständig erforscht. Wahrscheinlich begünstigt auch eine genetische Veranlagung den Ausbruch eines Morbus Crohn – ebenso wie Umwelteinflüsse und das Zusammenwirken des Immunsystems und der Darmbakterien.

Zumeist tritt Morbus Crohn erstmalig im Jugend- oder im frühen Erwachsenenalter auf. Die Krankheit kann aber auch deutlich früher oder später ausbrechen und beide Geschlechter gleichermaßen betreffen. Vor einer Behandlung von Morbus Crohn ist eine gründliche Untersuchung des gesamten Magen-Darm-Trakts erforderlich, denn Entzündungen können in allen Bereichen des Darms, der Speiseröhre, des Magens und sogar in der Mundhöhle auftreten.

Therapie bei Morbus Crohn: Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten

Was hilft nun gegen Morbus Crohn? Die Antwort auf diese Frage hängt unter anderem davon ab, wie ausgeprägt die Symptome sind und als wie schwer der Betroffene den Krankheitsverlauf empfindet. Nicht jeder Erkrankte reagiert mit den gleichen Symptomen auf die Entzündungen im Darm. Für die Morbus-Crohn-Therapie spielt vor allem der Zeitpunkt der Diagnose eine wichtige Rolle. Je länger die Krankheit unentdeckt bleibt und je weiter fortgeschritten sie ist, umso tiefer sitzen die Entzündungen meist und umso weiter haben sie sich ausgebreitet.
Für Morbus Crohn gibt es bisher keine Heilung. Mit bestimmten Medikamenten ist es jedoch möglich, die Schmerzen zu lindern und einen akuten Krankheitsschub so weit wie möglich zu verkürzen.

Folgende Medikamente eignen sich zur Morbus-Crohn-Behandlung:

  • Schmerzmittel: zur Linderung von Schmerzen im Magen-Darm-Trakt
  • krampflösende Medikamente: um schmerzhafte Magenkrämpfe zu lösen
  • Entzündungshemmer: um Entzündungen zu hemmen und akute Schübe abzuschwächen (zum Beispiel Antibiotika, Kortison-Präparate oder Immunsuppressiva)
Eine Morbus-Crohn-Therapie mit Kortison eignet sich nicht als Dauerbehandlung; die Einnahme von Kortison sollte maximal einige Wochen erfolgen. Für Betroffene, bei denen eine Kortison-Behandlung nicht anschlägt oder die innerhalb des letzten Jahres bereits mehrmals mit Kortison behandelt wurden, kommt als Alternative eventuell eine Behandlung mit Immunsuppressiva in Betracht. Diese eignet sich auch für eine dauerhafte Therapie.

Bei einer sehr späten Diagnose ist Morbus Crohn mittels einer medikamentösen Therapie allein meist nicht mehr behandelbar; oft ist dann ein operativer Eingriff notwendig. Dabei werden die entzündeten Stellen im Darm entfernt. Unabhängig vom Schweregrad der Erkrankung sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen dringend anzuraten, um eine Ausbreitung der entzündeten Bereiche frühzeitig zu entdecken und möglichst zu verhindern.

Morbus Crohn: Alternative Hilfe und Selbsthilfe

Ständige Übelkeit, Erbrechen und/oder Durchfall können dem Betroffenen auf Dauer den Appetit rauben; die Folge ist häufig eine unzureichende, wenig ausgewogene Ernährung. Dabei ist es für an Morbus Crohn Erkrankte aufgrund des angegriffenen Darms gerade wichtig, dass sie regelmäßig essen und möglichst nahrhafte Lebensmittel zu sich nehmen. Ernährungsassistenten können Betroffene dabei unterstützen, mithilfe der richtigen Ernährung trotz Morbus Crohn wieder mehr Lebensqualität zu gewinnen.

Betroffene sollten sich allerdings darüber im Klaren sein, dass eine angepasste Ernährungsweise einen Morbus Crohn nicht heilen kann. Dennoch kann sie eine große Hilfe bei Morbus Crohn sein. Die individuell erforderliche Diät hängt immer von der Schwere der Entzündungen und eventuell vorhandenen Nahrungsmittelunverträglichkeiten ab.

Im Allgemeinen empfiehlt sich eine bekömmliche Kost, um das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Mehrere kleine, über den Tag verteilte Portionen verdaut der Körper besser als zwei oder drei große Mahlzeiten. Von blähenden Lebensmitteln sowie rohem Obst und Gemüse ist bei Morbus Crohn abzuraten. Auch ist es sinnvoll, dass sich Betroffene auf etwaige Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten untersuchen lassen und die entsprechenden Lebensmittel strikt meiden.

Treten häufig Durchfälle auf, ist es sehr wichtig, viel zu trinken, um dem Körper ausreichend Flüssigkeit zuzuführen. Ein schwerer Krankheitsverlauf erfordert möglicherweise die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln (Eisen, Vitamine, Folsäure, Kalzium, Magnesium und/oder Zink) und im Extremfall die Ernährung per Nasen-Magen-Sonde.
Eine Morbus-Crohn-Erkrankung lässt sich nicht heilen, weswegen sich die Behandlung darauf konzentriert, die Lebensqualität des Betroffenen nachhaltig zu verbessern, um ihm weitgehend ein normales Leben zu ermöglichen. Eine Ernährungsumstellung, der Entspannung dienende Praktiken wie Yoga oder autogenes Training oder eine Akupunktur ergänzen und unterstützen eine Morbus-Crohn-Therapie sinnvoll. Jedoch ersetzen sie keine medikamentöse Behandlung durch einen Arzt.

Darüber hinaus haben sich probiotische Nahrungsergänzungsmittel als vielversprechende Therapiemöglichkeit für entzündliche Darmkrankheiten herausgestellt. Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die die Gesundheit des Patienten positiv beeinflussen können, wenn sie richtig angewendet werden.

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1. Cao Y, Fanning S, Proos S, Jordan K and Srikumar S. A Review on the Applications of Next Generation Sequencing Technologies as Applied to Food-Related Microbiome Studies. Front. Cho I, Blaser M J. The human microbiome: at the interface of health and disease. Nature Reviews Genetics 2012:13, 260-270.