Morbus Crohn und die aufwendige Diagnose

Morbus Crohn ist eine Darmkrankheit, die starke Entzündungen hervorruft vor allem in der Darmschleimhaut. Aber meist ist nicht nur der Darm betroffen: Im gesamten Verdauungstrakt, vom Mund bis zum After, können Entzündungsherde auftreten. Die Beschwerden sind bei jedem Betroffenen sehr individuell. Das ist nur ein Grund, warum es meist dauert, bis ein Arzt sicher Morbus Crohn als Diagnose stellen kann.

Unspezifische Symptome erschweren die Diagnose von Morbus Crohn

Häufige Symptome bei Morbus Crohn sind Durchfall, starke Bauchschmerzen und Fieber. Neben vielen weiteren Beschwerden direkt im Verdauungstrakt können akute Entzündungen auch allgemeine Abgeschlagenheit hervorrufen, bei Kindern sogar Wachstumsstörungen verursachen.

Morbus Crohn tritt häufig zum ersten Mal zwischen 15 und 40 Jahren auf. Vor allem wenn die Symptome über einen längeren Zeitraum immer wiederkehren, erhärtet sich irgendwann der Verdacht, dass es sich um eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung handelt.

Morbus Crohn: Die Diagnostik ist ein Prozess

Allein anhand der typischen Beschwerden eines Morbus Crohn ist die Krankheit nicht zu identifizieren – denn die Symptome treffen auch auf andere Krankheitsbilder zu. Die Diagnostik umfasst bei Verdacht auf Morbus Crohn mehrere Tests und eingehende Untersuchungen.

Eine genaue Abgrenzung zu anderen Krankheiten, beispielsweise zu Colitis Ulcerosa, sind für die weiteren Therapie-Maßnahmen wichtig. Und auch wenn die Diagnose Morbus Crohn feststeht, helfen Tests dem Arzt, zu beurteilen, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist.

Das erste Arztgespräch

Auf dem Weg zur Diagnose Morbus Crohn steht zu Beginn ein Besuch bei einem Gastroenterologen. Dieser auf Magen-Darm-Erkrankungen spezialisierte Arzt erfragt im Anamnesegespräch die genauen Beschwerden und wie häufig und in welchen Abständen sie auftreten.

Ein Abtasten des Unterbauchs ist neben dem Gespräch meist eine der ersten Maßnahmen. Morbus Crohn kann zwar im gesamten Verdauungstrakt für Entzündungen sorgen. Besonders häufig ist jedoch der Darmabschnitt im Bereich des rechten Unterbauchs betroffen. Schwierig ist allein bei diesem Symptom die Abgrenzung zu einer Entzündung des Blinddarms: Denn auch dann ist der rechte Unterbauch verhärtet und druckempfindlich. Jedoch tritt eine Bilddarmentzündung in der Regel viel plötzlicher auf als Morbus Crohn.

Mögliche Untersuchungen und Tests auf dem Weg zur Diagnose

Hegt der Arzt den Verdacht, dass es sich um Morbus Crohn handelt, helfen Tests, eine sichere Diagnose zu stellen. Wichtige Anhaltspunkte liefern folgende Untersuchungen:
  • Stuhlprobe: Entzündungswerte im Stuhl weisen darauf hin, dass eine Schleimhautentzündung vorliegt, zudem kann der Arzt andere Ursachen für die Beschwerden (wie eine bakterielle Infektion) ausschließen.
  • Blutbild: Beim Verdacht auf Morbus Crohn helfen zur Diagnose auch die Blutwerte. Denn verschiedene Indikatoren im Blut weisen auf eine Entzündung im Körper hin, zum Beispiel zu viele weiße Blutkörperchen oder erhöhte Werte des C-reaktiven Proteins. Außerdem können bei Morbus Crohn Mangelerscheinungen oder Blutarmut auftreten.
  • Ultraschall: Im Ultraschall kann der Arzt eine aufgrund der Entzündung verdickte Darmwand, Abszesse, Fisteln oder andere Veränderungen entdecken.
  • Darmspiegelung: Bei einer umfassenden Darmspiegelung kann der Arzt die Oberfläche der Schleimhaut beurteilen. Normalerweise ist sie glatt, bei Morbus-Crohn-Patienten jedoch mit der Zeit rau und uneben. Auch weitere Langzeitfolgen wie Geschwüre, Abszesse oder Verengungen fallen bei einer Darmspiegelung schnell auf. Zudem kann der Arzt direkt eine Gewebeprobe entnehmen und so weitere Erkenntnisse gewinnen.
  • Magenspiegelung: Da Morbus Crohn nicht nur im Darm auftritt, ist oft auch eine Magenspiegelung notwendig.
  • MRT: Durch ein Kontrastmittel kann der Arzt im MRT ebenfalls eine verdickte Darmwand oder geschwollene Lymphdrüsen erkennen.
  • Kapselendoskopie: Bei der Kapselendoskopie schluckt der Patient eine Kapsel mit integrierter Kamera. Bei dieser schonenden Untersuchung kann sich der Arzt ein Bild vom gesamten Verdauungstrakt machen.

Morbus Crohn: Nach der Diagnose

Steht die Diagnose Morbus Crohn fest, gilt es zu bestimmen, wie stark die Krankheit fortgeschritten ist: In welchem Abstand hat der Patient Schübe und ist es aufgrund der langwierigen Entzündungen bereits zu Komplikationen gekommen? Dies können Fisteln – also Verbindungen zwischen dem Darm und anderen Organen oder sogar der Haut – oder Darmverengungen sein.

Nachdem sich der Arzt ein umfassendes Bild gemacht hat, entwickelt er die richtige Therapie. Fast immer gehören dazu passende Medikamente. Denn selbst wenn die Krankheit gerade ruht, helfen Medikamente dabei, sie unter Kontrolle zu halten. Morbus Crohn ist nicht heilbar, aber das Ziel ist, die Remissionsphasen zu verlängern und erneuten Entzündungen vorzubeugen.

Die Darmflora pflegen für mehr Wohlbefinden

Zum Therapieplan gehört oft auch eine Ernährungsumstellung. Diese dient unter anderem dazu, die Bakterien der Darmflora möglichst im Gleichgewicht zu halten, damit dein Darm widerstandsfähig ist.

Bei der Stärkung der Darmflora können auch hochwertige probiotische Nahrungsergänzungsmittel helfen. Sie enthalten Bakterienkulturen, die sich im Darm ansiedeln und somit die Vielfalt der Darmbakterien erhöhen.

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