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Ausdruck: Der Darm ist das Zentrum der Gesundheit
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Darmsanierung: Was ist das und wann ist sie sinnvoll?

Von Darmsanierungen wird im Bereich der Naturheilkunde häufig gesprochen. Es gibt dafür zahlreiche unterschiedliche Ansätze – leider werden insbesondere über das Internet auch Verfahren beworben, die der Darmflora eher schaden als nutzen. Eine Darmsanierung ist außerdem nicht pauschal für jeden Menschen empfehlenswert. Hier erfährst du, wie der Ablauf einer natürlichen Darmsanierung aussehen kann, welche schädlichen Praktiken du meiden solltest und wie du herausfindest, ob eine Sanierung der Darmflora für dich überhaupt sinnvoll ist.

Kurz gefasst:

  • Ziel einer Darmsanierung ist es, eine gestörte Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Sinnvoll kann das z. B. nach der Einnahme von Antibiotika oder bei Darmbeschwerden wie Reizdarm sein.
  • Leider bewerben einige Anbieter Methoden der Darmsanierung, die dem Körper schaden können. So ist es z. B. nur in den seltensten Fällen sinnvoll, vorab den Darm mithilfe eines Einlaufs oder Abführmittels zu reinigen. So ein Eingriff sollte nur auf ärztliche Empfehlung durchgeführt werden.
  • Eine natürliche Darmsanierung basiert auf dem Aufbau deiner Darmflora durch eine auf deine Bedürfnisse abgestimmte Ernährung. Denn was du isst, wirkt sich entscheidend auf die Zusammensetzung deines Mikrobioms aus.
  • Bevor du eine Darmsanierung machst, solltest du mit ärztlicher Unterstützung oder durch einen Selbsttest ermitteln, ob bei dir überhaupt Bedarf dazu besteht. Wenn ja, kannst du später mithilfe eines zweiten Tests den Erfolg deiner Maßnahmen kontrollieren.

Was ist eine Darmsanierung?

Darmsanierungen sind vor allem im naturheilkundlichen Bereich bekannt. Das Ziel der Behandlung besteht darin, das Gleichgewicht der Darmflora bei einer Störung (Dysbiose) wiederherzustellen. Für den Begriff „Darmsanierung“ gibt es allerdings keine einheitliche Definition und entsprechend auch keine allgemeingültige Vorgehensweise.

Zum Teil wird die Darmsanierung mit der „Darmreinigung“ gleichgesetzt – das ist allerdings falsch. Die Reinigung des Darms umfasst Methoden wie Einläufe oder die Verwendung von Abführmitteln. Die Darmsanierung beschreibt hingegen den Aufbau einer gesunden Darmflora. Anders als von manchen Anbietern propagiert, ist es in den meisten Fällen auch nicht nötig, den Darm zuerst zu reinigen, bevor man ihn saniert. Wir gehen gleich noch näher darauf ein, warum du eine Darmreinigung nur nach ärztlicher Absprache durchführen solltest.

Empfohlen wird eine Darmsanierung häufig nach einer Behandlung mit Antibiotika oder wenn konkrete Darmbeschwerden vorliegen. Oft führen Menschen eine Darmsanierung auch im Rahmen von Fasten- oder Entgiftungskuren durch oder hoffen, dadurch ihr Wohlbefinden steigern zu können. Für viele der Versprechungen, die im Zusammenhang mit einer Darmflorasanierung gemacht werden, fehlen jedoch wissenschaftliche Belege.

Eine Darmsanierung solltest du nur dann selbst durchführen, wenn du dich gut informiert hast. Sinnvoll kann sie sein, wenn deine Darmflora gestört ist oder du sie einfach stärken möchtest. Das kannst du mit einem Selbsttest oder mit ärztlicher Unterstützung herausfinden. Natürlich kannst du dich bei einer Darmsanierung auch ärztlich begleiten lassen.

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Vorsicht bei radikalen Reinigungen

Manche Lifestyleportale empfehlen vor Beginn einer Darmsanierung die Reinigung des Darms mithilfe von Einläufen oder Abführmitteln. Die Absicht dahinter: angebliche Schlacken und Giftstoffe aus dem Körper ausleiten und eine Art „Reset-Button“ drücken, um dann die Darmflora schrittweise aufzubauen. Solche Eingriffe in den Körper solltest du jedoch nur dann vornehmen, wenn sie ärztlich empfohlen und begleitet sind. Denn eine radikale Reinigung kann dem Darm durchaus Schaden zufügen. Zum Glück ist eine Darmreinigung in den meisten Fällen nicht notwendig: Ein gesunder Darm ist in der Lage, sich selbst zu reinigen. Dafür musst du ihm nur das richtige „Futter“ geben.

Ablauf einer natürlichen Darmsanierung

Eine natürliche Darmsanierung beruht vor allem auf einer bewussten Ernährung mit individuell ausgewählten, darmfreundlichen Lebensmitteln. Bei Bedarf kann das Darmmikrobiom zusätzlich gezielt mit Probiotika unterstützt werden.

Ernährung bei einer Darmsanierung

Welche Lebensmittel dafür geeignet sind, die Darmflora zu sanieren, ist individuell unterschiedlich. Viele Menschen profitieren bei einer Sanierung der Darmflora von ballaststoffreichen Lebensmitteln wie Vollkornprodukten, Gemüse und Hülsenfrüchten wie Linsen, Erbsen oder Bohnen. Resistente Stärken, die beim Abkühlen von Kartoffeln, Pasta und Reis entstehen, können für die Darmsanierung hilfreich sein. Häufig werden auch Flohsamenschalen empfohlen, die du mit reichlich Wasser einnehmen solltest. Sie binden viel Feuchtigkeit, quellen im Darm auf und sollen so die Darmbewegung anregen.

Welche Lebensmittel mögen deine Darmbakterien?

Dein Darmmikrobiom ist so einzigartig wie dein Fingerabdruck. Mithilfe eines Tests kannst du herausfinden, welche Bakterien in deinem Darm leben, ob sich die Darmflora eventuell in einem Ungleichgewicht befindet und was du essen solltest, um deine Darmbakterien glücklich zu machen.

Hausmittel für eine gesunde Darmflora

Darmsanierung mit Probiotika

Oft werden Probiotika zur Darmsanierung empfohlen. Probiotika sind Mikroorganismen, die sich im Darm ansiedeln und vermehren können. Dort kommen „gute“ und „schlechte“ Mikroorganismen vor. Die Gabe von Probiotika bei einer Darmsanierung soll dazu beitragen, die Vermehrung guter Bakterien zu unterstützen, sodass schädliche Bakterien eingedämmt werden.

Probiotika sind in bestimmten Lebensmitteln (z. B. Sauerkraut, Kimchi, Tempeh, Naturjoghurt oder Kefir) enthalten, aber sie können auch in Form von Nahrungs­ergänzungs­mitteln zugeführt werden. Zu den am häufigsten eingesetzten Probiotika gehören die Milchsäurebakterien. Es gibt aber sehr viele verschiedene Arten von Bakterien und Pilzen, die zur Darmflorasanierung angeboten werden.

Ohne Anlass solltest du Probiotika jedoch nicht einnehmen. Vor allem wer gegen Hefen allergisch ist, ein geschwächtes Immunsystem hat oder an einer schweren Krankheit leidet, sollte ohne ärztliche Abklärung keine Nahrungs­ergänzungs­mittel mit Probiotika verwenden. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Probiotika im Rahmen einer Darmsanierung bei gesunden Menschen einen Unterschied machen.

Was bringt eine Darmsanierung – und was nicht?

Wir wissen dank der Forschung heute, dass der Darm und das Immunsystem eng zusammenhängen. Der Darm ist für 80 % der Immunantwort des Menschen zuständig. Insbesondere die Darmbakterien tragen zum Schutz des Körpers bei: Sie verhindern zum Beispiel, dass Krankheitserreger, die über die Nahrung aufgenommen werden, sich ansiedeln und vermehren. Außerdem produzieren sie bestimmte Nährstoffe, die für den Körper wichtig sind.

Auch ein Zusammenhang zwischen dem Zustand der Darmflora und der Entwicklung von Allergien wird vermutet. Die Forschung hat gezeigt, dass Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt kommen, eher dazu neigen, später Allergien zu entwickeln. Das könnte daran liegen, dass die Darmschleimhaut dieser Säuglinge nicht – wie bei einer vaginalen Geburt – über die Vaginalflora der Mutter mit Bakterien besiedelt wird. Allerdings werden die Zusammenhänge noch immer intensiv erforscht, und vieles wissen wir derzeit einfach noch nicht.

Ein Ungleichgewicht der Darmflora kann verschiedene Darmbeschwerden (z. B. einen Reizdarm) oder auch Lebensmittelunverträglichkeiten auslösen. Einiges ist mittlerweile auch über die Verbindung zwischen Darm und Psyche bekannt. Nicht zuletzt wird Adipositas mit dem Zustand der Darmflora in Verbindung gebracht. Ohne Zweifel spielt also der Darm eine wichtige Rolle für unsere Gesundheit.

Es liegt daher nahe, sich von einer Darmflorasanierung alle möglichen Vorteile zu versprechen. Nach dem aktuellen Stand der Forschung lässt sich jedoch nicht sagen, dass Probiotika oder ein bestimmter Ernährungsplan bei einer Darmsanierung Allergien abschwächen, die psychische Verfassung verbessern oder gar Krankheiten heilen können.

Das bedeutet aber nicht, dass eine Darmsanierung grundsätzlich unnütz ist. Im Gegenteil: Unter Umständen kann sie den Darm entlasten und Beschwerden entgegenwirken. Bevor du aber viel Geld für unnötige Präparate oder Abführmittel ausgibst und mit ihnen deinem Körper vielleicht sogar schadest, solltest du genau prüfen, ob eine Darmsanierung sinnvoll für dich ist und welche Methoden und Produkte dir wirklich helfen.

Wann ist eine Darmsanierung sinnvoll?

Erwiesen sind die positiven Auswirkungen einer Darmsanierung mittlerweile insbesondere für folgende Situationen:

nach Medikamenteneinnahme

bei Beschwerden wie infektiösem Durchfall

bei Krankheiten wie Reizdarm

Außerdem kannst du eine Sanierung deiner Darmflora in Erwägung ziehen, wenn

  1. du eine Behandlung mit Antibiotika hinter dir hast,
  2. du dich konstant unausgewogen ernährst,
  3. du eine Erkrankung des Magen-Darm-Trakts hattest,
  4. du dich häufig gestresst fühlst
  5. oder du aufgrund von veränderter Ernährung („Reisedurchfall“) oder Giftstoffen in deiner Nahrung an Darmbeschwerden leidest beziehungsweise gelitten hast.

Auch ohne solche konkreten Beschwerden kannst du möglicherweise von einer Sanierung deiner Darmflora profitieren. Denn sie kann dir dabei helfen, deinen Darm nachhaltig gesund zu halten und dich besser zu fühlen. Dein erster Schritt sollte dabei immer eine Analyse deiner Darmflora sein. So kannst du auf wissenschaftlichem Weg herausfinden, ob ein Ungleichgewicht besteht und wie du deine Darmsanierung gegebenenfalls mit spezifischen Probiotika unterstützen kannst.

Infografik mit sechs Situationen, in denen eine Darmsanierung sinnvoll sein kann. Genannt werden Antibiotikaeinnahme, Stress, Magen-Darm-Erkrankungen, Fehlernährung, Verdauungsbeschwerden und Gesundheitsoptimierung.
Infografik: Eine sanfte Darmsanierung kann auch dann sinnvoll sein, wenn noch keine Beschwerden spürbar sind – beispielsweise bei einer einseitigen Ernährung.

Fazit: Informiere dich vor einer Darmsanierung

Die Darmgesundheit ist etwas sehr Individuelles, für das keine pauschalen Ratschläge gelten können. Mithilfe einer Darmanalyse schaffst du dir das Wissen, um gezielt und angepasst an deine eigenen Bedürfnisse handeln zu können. Denke daran: Bei starken oder länger anhaltenden Beschwerden solltest du immer medizinische Unterstützung suchen.

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Plamena Dikarlo
Senior Scientist Research & Development
Plamena Dikarlo studierte zunächst Pharmazie an der Freien Universität Berlin und arbeitete viele Jahre als Apothekerin. Aus Interesse an der klinischen Forschung und Patienten-orientierten Lösungsansätzen, studierte sie zusätzlich Consumer Health Care am Universitätsklinikum Charité Berlin.
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