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Darmentzündung: Definition, Ursachen und Behandlung

Etwa 30 % der Deutschen – so wird es geschätzt – erleben durchschnittlich einmal im Jahr einen Zeitraum, in dem typische Beschwerden einer Darmentzündung auftreten. Der Begriff ist jedoch nicht klar abgegrenzt und umfasst eine ganze Reihe an Erkrankungen. Hier erfährst du mehr darüber, welche Arten von Darmentzündungen es gibt, wie sie entstehen und was du selbst oder mithilfe der Medizin dagegen tun kannst.  

Was genau ist eine Darmentzündung?

„Darmentzündung“ ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen. Meist ist damit eine Kolitis gemeint – eine Dickdarmentzündung. Eine Kolitis kann akut oder chronisch verlaufen und ist die häufigste der Darmentzündungen. Seltener ist mit „Darmentzündung“ auch eine Dünndarmentzündung gemeint. Der Fachbegriff dafür lautet Enteritis.  

Übersicht: Mikrobiotia und die Ebenen der Darmbarriere bei einer gesunden und gestörten Darmflora.

Je nachdem, welche Teile des Verdauungssystems genau betroffen sind, werden die Begriffe auch zusammengesetzt, um die Erkrankung genauer zu beschreiben. So ist eine Enterokolitis eine Kombination aus Dünndarm- und Dickdarmentzündung, und bei einer Gastroenteritis handelt es sich um eine Dünndarmentzündung, von der auch der Magen betroffen ist.  

Es lässt sich daher nicht pauschal sagen, was genau eine Darmentzündung ist und wie schwer diese verläuft. Vielmehr gibt es unterschiedliche Formen, und eine genaue Diagnose hilft dir, die bestmögliche Behandlung auszuwählen.  

Konkrete Beispiele für unterschiedliche Darmentzündungen:

Etwa 400.000 Menschen in Deutschland leiden an chronischen entzündlichen Darmerkrankungen. Die bekanntesten Formen sind Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Diese Formen der chronischen Darmentzündung sind derzeit nicht heilbar. Es gibt mittlerweile jedoch wirkungsvolle Behandlungsmöglichkeiten, die zumindest die Beschwerden lindern können.  

Deutlich seltener tritt die kollagene Kolitis auf. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Dickdarmschleimhaut. Bis heute ist nicht geklärt, wie die kollagene Kolitis entsteht. Sie geht meist mit heftigen, wässerigen Durchfällen einher.  

Die pseudomembranöse Kolitis wird auch „antibiotika-assoziierte Kolitis“ genannt, und im Namen steckt bereits ein Hinweis auf die Ursache: Aufgrund einer Therapie mit Antibiotika kann sich Zusammensetzung der Bakterien in der Darmflora verändern, sodass nützliche Bakterien reduziert werden, während schädliche Bakterien sich übermäßig vermehren können. Diese sondern unter anderem Toxine ab, welche Entzündungsreaktionen hervorrufen können

Eine weitere Form der Darmentzündung ist die ischämische Kolitis. Hier ist die Ursache eine Durchblutungsstörung des Darms. Der Darm ist dabei meist nicht das einzige oder erste Organ, das von der Durchblutungsstörung betroffen ist. Vielmehr liegt in der Regel eine allgemeine Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) vor, die auch das Herz-Kreislauf-System betrifft.  

Häufig wird eine Entzündung im Darm auch durch Viren oder Bakterien ausgelöst. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die enterohämorrhagische Kolitis. Sie wird verursacht durch das enterohämorrhagische Escherischia coli Bakterium, von dem du vor einigen Jahren vermutlich unter der Bezeichnung „EHEC“ in den Medien gehört hast. Diese schwere Form der Darmentzündung muss medizinisch behandelt werden und kann sogar lebensbedrohlich sein.  

Wie entsteht eine Entzündung im Darm? 

Die häufigste Ursache für eine Darmentzündung ist eine Infektion mit  

  • Viren, 
  • Bakterien, 
  • Pilzen, 
  • Parasiten oder 
  • Würmern. 

Diese Formen von Darmentzündungen heilen meist ohne Behandlung aus. Mit einer angepassten Ernährung, auf die wir gleich noch genauer eingehen, kannst du deinen Darm im Heilungsprozess unterstützen. 

Auch bei den chronischen Darmentzündungen ist eine individuell geplante Ernährung wichtig. Die Ursache für diese Formen von Darmentzündungen ist wahrscheinlich eine Überreaktion des Immunsystems: Entzündungen sind grundsätzlich ein natürlicher Teil der Immunabwehr. Hier kommt es jedoch zu einer Fehlsteuerung, sodass die Entzündungen nicht mehr abklingen, sondern dauerhaft bestehen bleiben.  

Weitere mögliche Ursachen für Darmentzündungen sind: 

  1. Nebenwirkungen von Medikamenten, zum Beispiel von Antibiotika oder Schmerzmitteln  
  2. Erkrankungen anderer Organe, die eine Durchblutungsstörung im Darm (und damit eine ischämische Kolitis) auslösen 
  3. Nahrungs­mittel­unverträg­lichkeiten wie etwa eine Laktose- oder Histaminintoleranz oder eine Fruktosemalabsorption 
  4. chronischer Stress oder andere dauerhafte psychische Belastungen

Welche Symptome treten bei einer Darmentzündung auf? 

Die Symptome einer Darmentzündung können sehr unterschiedlich sein, je nachdem um welche Form es sich handelt und wie schwer diese verläuft. Typischerweise können jedoch die folgenden Beschwerden auf eine Darmentzündung hinweisen: 

Magen- und Darmkrämpfe und -schmerzen 
Durchfall 
Appetitlosigkeit, Übelkeit und/oder Erbrechen 
Fieber
allgemeines Krankheitsgefühl oder Müdigkeit 

Erfahre hier mehr über die möglichen Symptome bei Darmentzündungen

Welche Behandlung ist bei einer Darmentzündung sinnvoll? 

Auch die Behandlung einer Darmentzündung ist stark davon abhängig, wie schwer die Entzündung ausfällt und um welche Art von Darmentzündung es sich handelt. Grundsätzlich kommen aber vor allem zwei Wege infrage: Die Behandlung einer Darmerkrankung mit Medikamenten und – wenn es sich um eine leichtere Erkrankung handelt – verschiedene Hausmittel gegen die Darmentzündung

Wenn die Behandlung einer Darmentzündung medikamentös erfolgt, werden meist entzündungshemmende Medikamente eingesetzt: Die Entzündung wird eingedämmt und die Beschwerden gehen zurück. Diese Vorgehensweise hat jedoch auch einen Nachteil, denn wie bereits erwähnt, sind Entzündungen eine wichtige Verteidigungsmaßnahme des Immunsystems. Wird diese Maßnahme unterdrückt, steigt auch die Infektanfälligkeit – du kannst also leichter krank werden. Forscher*innen arbeiten daher seit Langem an Medikamenten gegen Darmentzündungen, die zwar die Entzündung, nicht jedoch die Immunabwehr unterdrücken. 

Handelt es sich nicht um eine schwere Darmentzündung, können Hausmittel helfen. Die wichtigste Maßnahme, die du selbst ergreifen kannst, ist eine bewusste Ernährung. Diese hilft insbesondere dann, wenn die Ursache für die Darmentzündung ein Ungleichgewicht in der Darmflora ist. Da Darmerkrankungen nicht selten auch aufgrund von Stress entstehen, helfen bisweilen außerdem therapeutische Begleitungen oder Übungen wie autogenes Training.

Die richtige Ernährung bei Darmentzündungen 

Die eine richtige Ernährung bei Darmentzündungen gibt es nicht. Gerade wenn Nahrungs­mittel­unverträg­lichkeiten vorliegen, kann nur ein personalisierter Ernährungsplan helfen. Dennoch gibt es einige Grundregeln, die dir Erleichterung bringen können

Darmentzündung und welche Ernährung empfehlenswert ist
  • Trinke reichlich – idealerweise Wasser oder ungesüßte Tees.
  • Achte bei Durchfall darauf, dass du etwas mehr Salz zu dir nimmst, um den Verlust auszugleichen.
  • Iss mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt.
  • Verzichte auf scharfe, saure, sehr heiße oder kalte Speisen und Getränke.
  • Stelle generell auf eine für Darmentzündungen geeignete Ernährungsweise um.

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Zusammenfassung

Darmentzündung steht für viele Erkrankungen und kann unterschiedliche Symptome, Verläufe und Formen haben, je nachdem welche Teile des Verdauungssystems betroffen sind. Beispielsweise betrifft eine Kolitis nur den Dickdarm. Eine genaue Diagnose bei einem/r Arzt/Ärztin hilft dir, die bestmögliche Behandlung auszuwählen. Die häufigsten Ursachen für Entzündungen im Darm sind Infektionen, die meist ohne weitere Behandlung wieder abheilen. Aber auch Antibiotikatherapien, Nahrungs­mittel­unverträg­lichkeiten und chronischer Stress können ursächlich eine Darmentzündung bedingen. Von klassischen Magen-Darmbeschwerden, wie Krämpfen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Fieber und Müdigkeit können die Symptome einer Darmentzündung reichen und sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.

Die Behandlung einer Darmentzündung ist stark davon abhängig, wie schwer die Entzündung ausfällt und um welche Art von Darmentzündung es sich handelt. Verschiedene Hausmittel, eine Ernährungsumstellung und entzündungshemmende Medikamente können helfen. Die „richtige“ Ernährung gibt es jedoch nicht. Ein personalisierter Ernährungsplan mit dem Fokus auf die Linderung von Beschwerden und Entzündungen, kann dir hier Abhilfe schaffen.

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  • Quellen:
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (aerzteblatt.de)
  • Forbes A, Escher J, Hebuterne X, et al. (2017) ESPEN guideline: Clinical nutrition in inflammatory bowel disease. Clin Nutr.;36(2):321-347.
  • Inflammatory Bowel Disease Diet | Foods to Avoid with Inflammatory Bowel Disease & IBD Diet Plans – Cleveland, Ohio | University Hospitals (uhhospitals.org)
  • Prince A., et. Al. (2016) Fermentable Carbohydrate Restriction (Low FODMAP Diet) in Clinical Practice Improves Functional Gastrointestinal Symptoms in Patients with Inflammatory Bowel Disease, Inflammatory Bowel Diseases, Volume 22, Issue 5, Pages 1129–1136,
  • Sartor RB. (2008) Microbial influences in inflammatory bowel diseases. Gastroenterology.;134(2):577-94. doi: 10.1053/j.gastro.2007.11.059
  • Bischoff S, Koletzko B, Lochs H, Meier R, und das DGEM Steering Committee. (2014) S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für klinische Ernährung der Schweiz (GESKES), der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für klinische Ernährung (AKE) und der Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Aktuell Ernahrungsmed. ;39(03):e72-e98. doi:10.1055/s-0034-1370084
  • https://www.ksbl.ch/darmkrebszentrum-angebote/gutartige-darmerkrankungen/gutartige-darmerkrankungen/kolitis-darmentzuendung, Abruf 02.12.2021 
  • https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/darmentzundungen-ohne-nebenwirkungen-therapieren-6587.php, Abruf 02.12.2021