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Hausmittel bei Durchfall und die häufigsten Ursachen dieser Plage

Das sind die häufigsten Ursachen für Durchfall

Flotter Otto, schnelle Kathrin, Durchmarsch: Wahrscheinlich gibt es in unserer Umgangssprache so viele Synonyme für Durchfall, weil niemand gerne darüber redet, wenn es zu flüssig läuft. Der medizinische Fachausdruck für Durchfall ist Diarrhö. Dieses fiese Rumpeln im Bauch, das nichts Gutes verheißt – darauf würden wir gerne verzichten.

Eigentlich müssten wir uns ständig in der Nähe einer Toilette aufhalten und trotzdem möchten wir nicht jede benutzen, vor allem im Urlaub (man denke mal nur an die Toiletten auf Tankstellen… iiihhhh!). Wenn wir Durchfall haben, ist der Darm in einem Ausnahmezustand, der sich aber wieder beheben lässt.

Im Lehrbuch der Mediziner wird Diarrhö definiert mit „mehr als drei Entlehrungen eines flüssigen Stuhlgangs am Tag“. Und jetzt wird es bizarr: „das Stuhlgewicht muss hierbei über 250 Gramm liegen“. Wer wiegt das?!? Vergiss die Waage und merke dir einfach nur: Du hast Durchfall, wenn du mehr als dreimal am Tag entweder eine sehr große Menge Stuhl fabrizierst oder der sehr flüssig ist. Durchfall allein ist übrigens keine Krankheit, sondern nur ein Symptom, meistens für eine Darmerkrankung und davon gibt es verschiedene Formen.

Montezumas Rache

Montezuma war der letzte Azteken-Herrscher. Im 16. Jahrhundert hieß er spanische Eroberer nichts ahnend herzlich in seinem Land willkommen. Seine Freundlichkeit bezahlte er leider mit seinem Leben. Seine Rache, so heißt es, ist der Durchfall, an dem wir auf unseren Reisen in ferne Länder leiden.

Der wahre Grund für den Reise-Durchfall sind Bakterien wie Salmonellen, Campylobacter oder Coli-Bakterien. Die nimmst du durch verunreinigtes Essen oder Trinkwasser zu dir. Darum solltest du im Urlaub besser nichts vom Straßenrand essen, auch wenn es so schön authentisch ist, kein Wasser aus dem Wasserhahn trinken und auf Eiswürfel in Getränken verzichten. Wenn du dich auch noch übergeben musst, spricht man von einer Lebensmittelvergiftung.

Normalerweise überleben diese Bakterien die Magensäure nicht. Aber wenn es zu viele sind

oder du Medikamente nimmst, die die Magensäureproduktion drosseln, dann schaffen die Bakterien es in deinen Darm. Da stiften sie dann mächtig Unruhe. Verschiedene Erreger lösen verschiedene Prozesse aus.

Coli-Bakterien sorgen dafür, dass die Darmwand viel Wasser und Salze abgibt. Die Darmschleimhaut nimmt dagegen weniger Wasser auf. Plötzlich ist dann viel mehr Wasser als normalerweise in deinem Darm und das kommt, mit allem anderen, am Ende raus. Genauer gesagt: es fließt. Das nennt sich dann sekretorische Diarrhö. Bei der exsudativen Diarrhö entzündet sich die Schleimhaut im Darm und es bildet sich sehr viel Schleim, manchmal sogar Blut. Werden die Zellen in der Schleimhaut von den Bakterien angegriffen, können sie die Nahrung nicht so gut aufnehmen und die Verdauung klappt nicht mehr richtig. Die unverdauten Essensreste ziehen aus der Darmwand Wasser in das Innere des Darms. Das heißt dann osmotische Diarrhö. All diese Prozesse passieren innerhalb von ein paar Stunden. Das erklärt, warum uns der Durchfall meistens so fies überrascht.

Die Magen-Darm-Grippe

Hier sind Viren am Werk und die sind nicht ohne, denn zum heftigen Durchfall kommt meistens noch Erbrechen dazu. Die häufigsten Erreger sind die Noroviren und Rotaviren. Diese hartnäckigen haben einige Tricks auf Lager, um in deinen Magen und damit auch in den Darm zu kommen. Hast du, oder jemand in deinem Umfeld, den Virus, dann ist strikte Hygiene angesagt. Andernfalls kleben die Viren auf Türklinken oder Wasserhähnen und schaffen es über die Hände, zum Mund, in den Magen. Der Norovirus ist noch trickreicher und überträgt sich auch durch die Luft. Du musst noch nicht mal niesen oder husten, sprechen reicht schon, um die Viren durch kleine Spucketröpfchen zu einem anderen Menschen zu übertragen. Bist du ansonsten gesund, sind die Darmviren nicht so schlimm für dich. Normalerweise verschwinden Durchfall und Erbrechen nach wenigen Tagen wieder. Babys, Kinder und alte Menschen müssen aber unbedingt zum Arzt. Für sie kann der Flüssigkeitsverlust sehr gefährlich werden.

Wenn es deinem Darm zu viel wird

Von Gemüse, Obst und Vollkorngetreide kann dein Darm gar nicht genug bekommen. Bei manchen Medikamenten, zu viel Alkohol, Kaffee oder Süßigkeiten macht er schlapp. Besonders bei zuckerfreien Bonbons oder Kaugummis, die Süßstoff enthalten, kann es passieren, dass du zum Klo flitzen musst. Der Durchfall hört dann aber schnell wieder auf, wenn du nichts weiter davon zu dir nimmst. Anders ist es bei einer Unverträglichkeit oder Allergie. Dein Darm kann bestimmte Bestandteile der Nahrung nicht mehr richtig verwerten. Bei der Laktose-Intoleranz fehlt im Darm Laktase, die normalerweise den Milchzucker (Laktose) abbaut. Schlimme Bauchschmerzen, fiese Blähungen und auch Durchfall sind die Folge. Genauso ergeht es dir, wenn du keinen Fruchtzucker (Fruktose) verträgst oder unter Zöliakie leidest, dann verträgst du kein Gluten, das Getreideeiweiß. Ob dein Darm bestimmte Lebensmittel nicht verträgt, kannst du mit einem Test herausfinden. Mit einer Ernährungsumstellung, bei der du die entsprechenden Lebensmittel weglässt, sollte der Durchfall auch wieder verschwinden.

Tu das nicht! Cola und Salzstangen gegen Durchfall

Mit Durchfall versucht der Körper, die für ihn schädlichen Stoffe so schnell wie möglich loszuwerden, indem er sie mit viel Wasser ausschwemmt. Trinkst du nicht genug, um deinen Wasserhaushalt wieder aufzufüllen, kann es zur sogenannten Dehydration, also zur Austrocknung deines Körpers, kommen. Mit dem Wasser werden zusätzlich wichtige Vitamine, Mineralien und Salz ausgeschwemmt. Sicher kennst du auch das alte Hausmittel Cola und Salzstangen. Inzwischen weiß man: das hilft nicht! Es kann den Durchfall sogar noch schlimmer machen. Die Salzstangen enthalten zwar Salz, aber sonst kaum Mineralstoffe. Die Cola ist mit 10% Zucker viel zu süß. Der Zucker kann alles noch verschlimmern und die Kohlensäure tut ihr Übriges.

Ingwer und Cracker, Aktivkohle und Obst

In den USA sind Ginger Ale und Cracker das Hausmittel gegen Durchfall. Besser als gesüßte Ginger Ale-Limo ist aber frischer Ingwer. Er wirkt antibakteriell und du kannst dir daraus schnell einen Tee machen. Schäle ein Stückchen Knolle, übergieße es mit heißem Wasser und lasse es ziehen. Die Cracker sind leicht verdaulich und salzig, allerdings sollten sie ungewürzt und nicht zu fettig sein.

Es gibt noch viele andere Hausmittel, wie z.B. Kohletabletten, die du auch in jeder Reiseapotheke findest. Sie helfen besonders gut, wenn Bakterien in deinen Darm gelangt sind. Die Aktivkohle bindet die Giftstoffe und hilft dem Darm, sie wieder loszuwerden.

Klassiker sind auch geriebener Apfel und Banane. Apfel enthält viel Pektin, das sich wie eine schützende Gelschicht über die Darmschleimwand legt. Die Bakterien können nichts mehr bewirken und werden raus gespült. Wichtig ist, dass du den Apfel mit Schale fein raspelst.

In der Banane stecken Stärke, Vitamine und Mineralien, davon sehr viel Kalium. So wird der Mineralhaushalt gleich wieder aufgefüllt und das Kalium wirkt zusätzlich entkrampfend.

Durchfall macht weder dir, noch deinem Darm Spaß. Selbst wenn du aufpasst und alle guten Ratschläge beherzigst, lässt sich eine Infektion durch Viren oder Bakterien nicht immer vermeiden. Wenn es dich doch erwischt haben sollte, dann sei gut zu dir und hilf deinem Darm, gegen die Erreger anzukommen. Dauert der Durchfall länger als ein paar Tage, dann gehe lieber zu einem Arzt, damit du deinen Wasser- und Mineralstoffhaushalt schnell wieder auffüllen kannst.

Wie du deine Darmflora wieder auf Trab bringst, erfährst du im folgenden Video.

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Paul Dr. Hammer
CEO & Founder
Dr. Paul Hammer ist Gründer und CEO der Biomes NGS GmbH. Paul promovierte 2012 in Systembiologie und Bioinformatik.
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