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Tages-Nacht-Rhythmus der Darmflora verbessert Prognose von Diabetes-Typ-2

Ticken deine Darmbakterien richtig?

Lange gingen Forscher davon aus, dass nur Menschen und Tiere einen Tag-Nacht-Rhythmus besitzen. Nun zeigt eine aktuelle Studie: Auch unsere Darmbakterien haben eine innere Uhr. Und wenn die nicht richtig läuft, steigt sogar unser Diabetes-Risiko.

Im Darm herrscht ein munteres Kommen und Gehen

Darmbakterien sind beliebt. Denn mittlerweile ist klar, dass die Armada aus circa 100 Billionen Bakterienzellen zu den wichtigsten Gesundheitswächtern unseres Körpers zählen. Verständlich, dass Wissenschaftler das Geheimnis eines optimalen Mikrobioms entschlüsseln wollen. „Nun sind Forscher des Institute for Food & Health (ZIEL) der Technischen Universität München diesem Wunsch ein großes Stück nähergekommen“, sagt Mikrobiologe Dr. Tewodros Debebe. „Ein Team entdeckte, dass in einem gesunden Darm nicht nur insgesamt ein reges Treiben herrscht, sondern je nach Tages- und Nachtzeit unterschiedliche Bakterien in unterschiedlichen Mengen im Einsatz sind“, so Debebe, Head of Science beim Biotechnologieunternehmen BIOMES.

Stillstand deutet auf Diabetes hin

Die Entdeckung, dass der Darm je nach Uhrzeit unterschiedlich besiedelt wird, ist nicht nur eine wissenschaftliche Sensation, sondern auch ein wichtiger medizinischer Meilenstein. „Dieses Wissen ist eine große Chance in der Prognose, Diagnostik und Therapie, besonders von Typ-2-Diabetes“, erklärt Debebe. Denn bei Betroffenen gehen diese tageszeitlichen Schwankungen verloren, wie die Analyse von 4000 Probanden ergab. Warum das so ist, soll nun weiter erforscht werden. Ebenfalls, ob es auch Zusammenhänge zwischen einer sich nicht verändernden Darmflora und Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder sogar Darmkrebs gibt. „Bei der mikrobiellen Zusammensetzung des Darms spielen Genetik, Erkrankungen und Umwelteinflüsse eine Rolle. Doch der wichtigste Faktor ist der Lifestyle.“

Was Darmbakterien lieben

Und diesen darmfreundlich zu gestalten, ist köstlich und macht sogar Spaß, weiß Debebe: „Im Fokus sollte eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse stehen. Ergänzend sind probiotische Lebensmittel wie eine Wellnesskur für Darmbakterien. Also möglichst oft Sauerkraut, Joghurt und Soja genießen. Meiden sollten wir dagegen Zucker, Alkohol und Fertiggerichte. Und unser Mikrobiom mag sehr gerne regelmäßige Bewegung. Dann läuft buchstäblich alles perfekt.“

1. Reitmeier, Sandra, Kiessling, Silke, et al., Haller, Dirk. (2020): „Arrhythmic gut microbiome signatures predict risk of Type 2 Diabetes“ in: Cell Host & Microbe. DOI: 10.1016/j.chom.2020.06.004“ 

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Dr. Tewodros Debebe Aklilu
Head of Science & Co-Founder
Mitgründer und Head of Science bei BIOMES. Im Jahr 2017 promovierte er in Medizinischer Mikrobiologie.
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