Die Verdauung des Menschen – ein komplexes System

Das menschliche Verdauungssystem ist hochkomplex, ein Zusammenspiel verschiedener Organe, Enzyme und muskulärer Bewegungen. Etwa zwei bis drei Tage dauert es, bis aufgenommene Nahrung im Körper bestmöglich verwertet ist. Nicht umsonst spricht man vom Darm als dem „zweiten Gehirn“ des Menschen – während des Verdauungsvorgangs treffen Magen und Darm ständig Absprachen und Entscheidungen, ohne den Kopf einzubeziehen.

Wie funktioniert die menschliche Verdauung?


Im Verdauungssystem des Menschen wird das Essen zerkleinert, analysiert und vom Körper aufgenommen. Das, was er nicht verwerten kann, scheidet er wieder aus. In jedem Schritt kommt es zu einer Trennung benötigter Nährstoffe von Abfallprodukten. Die Verdauungsorgane des Menschen sind fein aufeinander abgestimmt, damit unser Körper aus dem, was wir täglich essen, das Meiste herausholen kann.

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Schritt 1:
Nahrungsaufnahme in Mund und Speiseröhre

Dass einem beim Geruch von Essen „das Wasser im Mund zusammenläuft“, ist nicht nur eine Redewendung, sondern auch eine körperliche Reaktion auf den Appetit: Der Körper stellt sich auf die Nahrungsaufnahme ein und kurbelt die Produktion von Speichel an. Speichel ist essenziell, denn die darin enthaltenen Enzyme spalten die Nahrung grob auf und bereiten sie auf den anschließenden Verdauungsprozess vor. Bereits mit dem Kauen beginnt also unsere Verdauung. Anschließend wird der Speisebrei in den Magen befördert. Das geschieht durch die Speiseröhre, einen Muskelschlauch, der die Nahrung durch wellenartige Kontraktionen nach unten schiebt.
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Schritt 2:
Zerkleinerung im Magen

Sobald der Nahrungsbrei im Magen landet, wird er mit Magensäften und Enzymen vermischt. Die Verdauungsenzyme arbeiten gemeinsam daran, das Gegessene in seine Bestandteile zu zerlegen und genau zu prüfen, welche Nährstoffe nützlich sind und was ausgeschieden werden kann. Zwischen ein bis zwei Stunden für leicht verdauliche und bis zu neun Stunden für sehr schwere, verdauungsintensive Speisen vergehen, ehe die Nahrung vom Magen in Richtung Darm wandert. Bis zu 1,5 Liter Nahrung kann der Magen aufnehmen. Seine Muskelwände sind zwar dehnbar, aber wird das Fassungsvermögen überstrapaziert, reagiert der Körper mit Völlegefühl oder Übelkeit Im Magen wird auch sofort geprüft, ob schädliche Substanzen in den Organismus gelangt sind. Wenn das der Fall ist, setzt eine Abwehrreaktion ein: Es kommt zum Erbrechen.
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Schritt 3:
Nährstoffaufnahme und Ausscheidung im Darm

Die erste Station im Darm ist der Zwölffingerdarm. Dort werden der Nahrung weitere Enzyme hinzugefügt, die sie in ihre Bestandteile zerlegen. Der Nahrungsbrei, der meist sauer ist, wird hier durch Zugabe basischer Sekrete neutralisiert.

Mittels rhythmischer An- und Entspannung der Darmmuskulatur schiebt der Darm den Speisebrei in den Hauptabschnitt des Verdauungssystems weiter: den etwa fünf Meter langen Dünndarm. Die Schleimhaut des Dünndarms ist in Falten gelegt, sodass sich eine enorme Oberfläche von etwa 400 bis 500 Quadratmetern ergibt – das gewährleistet die bestmögliche Nährstoffaufnahme über die Schleimhaut ins Blut. Hier wird dem Nahrungsbrei außerdem Flüssigkeit entzogen und an die nötigen Bereiche im Körper verteilt. Entsprechend kann es bei zu geringer Flüssigkeitszufuhr zu hartem Stuhlgang oder Verstopfung kommen.


Nach etwa sechs Stunden werden die unverdaulichen Reste weitergeschoben. Diese Ballaststoffe, welche unter anderem Giftstoffe im Körper binden und den Darm sozusagen „aufräumen“, sind für die menschliche Verdauung sehr bedeutend. Eine erhöhte Aufnahme von Ballaststoffen, in Kombination mit körperlicher Bewegung, kann dabei helfen, eine träge Verdauung anzuregen

Zuletzt gelangen die Nahrungsreste in den etwa 1,5 Meter langen Dickdarm. Dort werden ihnen ein letztes Mal Flüssigkeit und Mineralien entzogen, bevor sie Richtung Mastdarm geschoben und als Stuhl ausgeschieden werden. Verantwortlich sind an dieser Stelle die im Dickdarm angesiedelten Mikroorganismen, die Darmflora, die bei jedem Menschen einzigartig ist und für den gesamten Körper eine große Bedeutung hat. Aufgrund der individuellen Zusammensetzung des Mikrobioms, empfiehlt sich für jeden Menschen eine individuelle Ernährung. Mithilfe des Darmtests INTEST.pro von BIOMES lässt sich das eigene Mikrobiom bestimmen, um Lebensstil und Ernährung bestmöglich darauf abzustimmen.

Wie lange dauert die Verdauung?

Die Dauer der Verdauung hängt davon ab, was man gegessen hat. Durchschnittlich dauert die Verdauung des Menschen zwischen 48 und 60 Stunden, vom ersten Bissen bis zur Ausscheidung der Abfallprodukte. Daher sollte zumindest alle zwei bis drei Tage eine Darmentleerung erfolgen – bleibt sie länger aus, sollte die Ursache dringend geklärt werden.