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Reissirup ohne Fructose und weiterer Zuckerersatz bei Fructoseintoleranz
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Reissirup ohne Fructose und weiterer Zuckerersatz bei Fructoseintoleranz

Reissirup ist ein natürliches Süßungsmittel, das aus Reis gewonnen wird. Ebenso wie Reis selbst enthält auch Reissirup keine Fructose. Deshalb kannst du Reissirup bei einer bestehenden Fructoseintoleranz hervorragend als Ersatz für Haushaltszucker und andere Süßungsmittel verwenden, die du womöglich schlecht verträgst. Dieser und weitere Zuckerersatzstoffe erlauben es dir, ohne Beschwerden hin und wieder Süßes zu schlemmen.

Reissirup als Zuckerersatz

Reissirup ist eines der ältesten Süßungsmittel, er ist vor allem in Asien gebräuchlich. Er hat eine feine, leicht nussige Note und süßt etwas milder als Zucker. Möchtest du mit Reissirup die gleiche Süßintensität erhalten wie mit gewöhnlichem Haushaltszucker, empfiehlt es sich, davon bis zu einem Drittel mehr zu verwenden. Die Konsistenz des Sirups und die helle, goldgelbe Farbe sind vergleichbar mit Honig. Gegenüber anderen Süßungsmitteln hat Reissirup den Vorteil, dass er einen sehr hohen Anteil an langkettigen Kohlenhydraten aufweist. Da der Organismus diese Mehrfachzucker – Reissirup besteht zu 21 Prozent aus ihnen – zunächst in Einfachzucker umwandeln muss, ist die Zuckeraufnahme ins Blut verzögert. Das wirkt sich positiv auf deine Verdauung und deinen Blutzuckerspiegel aus.

Wegen seines eher neutralen Geschmacks ist Reissirup sehr vielseitig einsetzbar. Er eignet sich nicht nur zum Süßen von Tee oder Kaffee – du kannst ihn auch als Brotaufstrich, zum Kochen, zum Zubereiten von Süßspeisen und zum Backen verwenden. Reissirup ist nicht nur fructosefrei, sondern auch vegan und glutenfrei. Besonders empfehlenswert ist er als Zuckerersatz bei einer bestehenden Fructoseintoleranz.

Hinweis: Reissirup ist eines der wenigen Süßungsmittel, die bei Fructoseunverträglichkeit keine Verdauungsbeschwerden verursachen. Genau wie Zucker oder jeder andere Sirup ist Reissirup allerdings eine Kalorienbombe, er enthält pro 100 Gramm 289 Kilokalorien.

Reissirup nicht mit Reismalz verwechseln

Reissirup und Reismalz sind nicht das Gleiche, auch wenn dies oft angenommen wird. Der wesentliche Unterschied ist, dass Reismalz gekeimte Gerste und somit Fructose sowie Gluten enthält. Reismalz unterscheidet sich durch seine eher bräunliche Farbe auch optisch vom Sirup. Sein Geschmack ist malziger und geht in Richtung Karamell. Ansonsten sind sich beide sehr ähnlich. Der Fructosegehalt von Reismalz ist nicht besonders hoch, sodass es bei einer Fructoseunverträglichkeit von der individuellen Toleranzgrenze abhängt, ob Reismalz vertragen wird.

Weitere Zuckeralternativen bei einer fructosearmen Ernährung

Wer sich mit Reissirup nicht anfreunden kann, dem bleiben für eine fructosearme Ernährung einige Alternativen: Glucose (Traubenzucker, Dextrose), Malzzucker (Maltose) und Malzsirup (besteht ausschließlich aus Glucose) sowie Milchzucker (besteht aus Glucose und Galactose) kannst du gut als Zuckerersatz bei Fructoseintoleranz verwenden.

Traubenzucker (Glucose) eignet sich gut als Süßungsmittel für Desserts, Getränke und Backwaren. Die Süßkraft von Traubenzucker beträgt nur etwa 50 bis 60 Prozent der von Haushaltszucker. Du benötigst also mehr davon, damit die Speisen ähnlich süß schmecken.

Milchzucker, auch Laktose genannt, ist der in Milch enthaltene Zucker. Laktose ist zwar fructosefrei und damit für eine fructosearme Ernährung geeignet, jedoch wird die Fructoseintoleranz häufig von einer Laktoseintoleranz begleitet. In diesem Fall ist Milchzucker kein geeigneter Ersatz für Fructose. Liegt jedoch keine Milchzuckerunverträglichkeit vor, kannst du diese Zuckerart gut verwenden.

Bei Fructoseunverträglichkeit sind als Zuckerersatz darüber hinaus folgende Süßstoffe unkritisch: Acesulfam (E950), Aspartam (E951) und Cyclamat (E952). Außerdem ist bei Fructoseintoleranz auch Saccharin (E954), der älteste synthetische Süßstoff, verwendbar. Die Steviolglycoside (Stevia E60) sind bei Fructoseintoleranz ebenfalls sehr gut verträglich.
Zuckeraustauschstoffe (überwiegend Zuckeralkohole), die ebenfalls eine Option darstellen, sind Xylit (E967) und Mannit (E421).

Der aus dem Zuckeralkohol Erythritol gewonnene Zuckerersatz Sukrin sieht aus wie Zucker, ist zahnfreundlich und enthält keine Kalorien oder Kohlenhydrate. Der Genuss von Sukrin erhöht den Blutzuckerspiegel also nicht. Aroma und Konsistenz unterscheiden sich kaum von Rohrzucker, den du bei einer Fructoseintoleranz meiden solltest. Sukrin eignet sich wunderbar zum Süßen von Joghurt, Cerealien, Getränken und Süßspeisen. Werden größere Mengen konsumiert, können Zuckeralkohole allerdings abführend wirken und Blähungen verursachen.

Getreidezucker ist fructosearm und wird aus getrocknetem Glucosesirup hergestellt. Sofern keine Glutenunverträglichkeit besteht, kann er bei leichter Fructoseintoleranz 1:1 als Zuckerersatz verwendet werden.

Vermeide die Zuckerbestandteile Saccharid und Sorbit

Fructose ist einer von zwei Bestandteilen des typischen Haushaltszuckers – der Saccharose. Der andere Bestandteil ist Glucose, also Traubenzucker. Ein Lebensmittel, das 50 Gramm Haushaltszucker enthält, hat somit einen Fructosegehalt von 25 Gramm. Das Gleiche gilt für Rohrzucker und braunen Zucker, die ebenfalls aus Saccharose bestehen. Sollte auf der Zutatenliste also „Saccharose“ oder „Saccharid“ stehen, kannst du davon ausgehen, dass auch Fructose enthalten ist.

Bei einer Fructoseintoleranz solltest du auch auf den Sorbitgehalt von Lebensmitteln achten, denn eine gleichzeitige Sorbitintoleranz ist eher die Regel als die Ausnahme. Wie bei einer Fructoseintoleranz vertragen die Betroffenen davon keine großen Mengen, müssen jedoch nicht vollständig auf Sorbit verzichten. Der Zuckeraustauschstoff kommt natürlicherweise in vielen Obstsorten und anderen Nahrungsmitteln vor.

Unter anderem wegen vorliegender Unverträglichkeiten und ihrer Wechselwirkungen solltest du vor allem bei abgepackten Lebensmitteln immer die Zutatenliste checken, um für dich problematische Inhaltsstoffe zu vermeiden.

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Paul Dr. Hammer
CEO & Founder
Dr. Paul Hammer ist Gründer und CEO der Biomes NGS GmbH. Paul promovierte 2012 in Systembiologie und Bioinformatik.
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