Ist der Milchzucker schuld? Laktoseintoleranztest prüft auf Unverträglichkeit

Nach einem Glas Milch rumort es in deinem Bauch? Auch Nudeln mit Käse-Sahne-Soße bleiben nicht ohne Konsequenzen? Bei wem milchzuckerhaltige Lebensmittel zu Beschwerden wie Blähungen oder Durchfall führen, der zählt vielleicht zu den Menschen mit Laktoseintoleranz. Wenn Betroffene die Ursache ihrer Beschwerden kennen, dann lassen sich diese meist mit einer laktosearmen Ernährung lindern. Wie stellt man aber nun fest, ob man laktoseintolerant ist? Erste Hinweise liefert möglicherweise ein Laktoseintoleranz-Selbsttest. Untermauern lässt sich der Verdacht durch einen Laktoseintoleranztest beim Arzt oder bei der Ärztin. BIOMES stellt dir einige Laktosetests vor und erklärt, wie sie ablaufen.
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Laktoseintoleranz-Selbsttest: Die Spurensuche

Um herauszufinden, ob Laktose (also Milchzucker) deine Beschwerden verursacht, kannst du zunächst einen Laktoseintoleranz-Selbsttest durchführen. Er könnte so aussehen, dass du in Schritt 1 für eine bestimmte Zeit auf milchzuckerhaltige Produkte und Speisen verzichtest. Verschwinden die Symptome dadurch, deutet dies auf eine Laktoseintoleranz hin. Wenn die Beschwerden auftreten, sobald dein Körper wieder mit Milchzucker konfrontiert ist, hast du ein weiteres Indiz für eine Unverträglichkeit. Diese sogenannte Reexposition in Schritt 2 könnte beispielsweise mit einem Glas Milch auf nüchternen Magen erfolgen. Wird der Laktose-Selbsttest, auch Expositionstest genannt, richtig durchgeführt, sind recht aussagekräftige Ergebnisse möglich.
Aber Vorsicht: Es gibt auch Stolpersteine und Fehlerquellen bei diesem Selbsttest. Beispielsweise schafft es nicht jeder, bei Schritt 1 strikt auf laktosehaltige Lebensmittel zu verzichten. Zudem sind manche Lebensmittel laktosereich, von denen man es gar nicht vermutet hätte. Auch kann es je nach Person sehr unterschiedlich sein, wie viel Laktose man verträgt. Es ist daher ratsam, stets mit einem Arzt oder einer Ärztin zu sprechen, wenn du einen Laktoseintoleranztest benötigst.

In der Praxis: Laktose-Atemtest kann Verdacht bestätigen

Den Laktoseintoleranz-Atemtest, auch Laktose-H2-Atemtest oder H2-Exhalationstest genannt, machst du in der Arztpraxis. In der Regel muss der Test in nüchternem Zustand durchgeführt werden. In der Praxis erhältst du in Flüssigkeit gelöste Laktose zu trinken. Anschließend misst der Mediziner oder die Medizinerin den Gehalt von Wasserstoff (H2) in deiner Atemluft. Und zwar in bestimmten Zeitabständen – beispielsweise ganz zu Beginn, nach 30 Minuten und so weiter.
Was der Wasserstoff mit Laktoseintoleranz zu tun hat? Wenn dein Körper den zugeführten Milchzucker nicht richtig verdauen kann, dann verbleibt nicht aufgenommener Zucker im Darm. Dort setzen ihn für gewöhnlich Bakterien um, wobei Wasserstoff entsteht. Dieser gelangt ins Blut und schließlich über die Lunge in die Atemluft. Wäre somit mittels des Laktose-Atemtests nach der Laktosezufuhr ein erhöhter Wasserstoffgehalt in deinem Atem nachweisbar, dann kann das auf eine Laktoseintoleranz hinweisen. Jedoch gibt es bei diesem Laktosetest ebenfalls Faktoren, die das Ergebnis möglicherweise beeinträchtigen. Dazu zählen eine bakterielle Fehlbesiedlung im Dünndarm oder eine vorangegangene Antibiotikumtherapie.

Laktoseintoleranz-Bluttest: Zusätzliche Hinweise

Ein weiterer Test, für den der Gang in die Arztpraxis erforderlich ist, ist der Laktoseintoleranz-Bluttest. Hierfür wird dir etwas Blut abgenommen. Bevor das passiert, trinkst du üblicherweise erst einmal in Wasser gelöste Laktose auf nüchternen Magen, genau wie beim Laktose-Atemtest. Anschließend misst man deinen Blutzuckergehalt in bestimmten Intervallen, beispielsweise nach 60 und nach 120 Minuten. Wenn der Zuckerspiegel in deinem Blut nicht oder nur wenig steigt, kann dies ein Hinweis für eine Laktoseintoleranz sein. Denn: Bei dieser Form der Nahrungsmittelunverträglichkeit Nahrungsmittelunverträglichkeit gelangt der Milchzucker aus dem Darm nicht oder nicht richtig in das Blut. Demnach sollte auch der „Laktose-Drink“ zu Beginn des Tests deinen Blutzuckerspiegel nicht oder nicht wesentlich nach oben schnellen lassen. Allgemein scheint bei Laktoseintoleranz der Bluttest jedoch weniger genau zu sein als der Atemtest.

Symptome nach dem Laktosetest

Bei beiden vorgestellten ärztlichen Methoden, dem Laktoseintoleranz-Atemtest und dem Laktoseintoleranz-Bluttest, sind Beschwerden durch die Laktose denkbar. Gleiches gilt übrigens auch für den Laktoseintoleranz-Selbsttest. Denn solltest du den zugeführten Milchzucker nicht oder nicht richtig verdauen können, reagierst du möglicherweise mit Symptomen wie einem schmerzenden Bauch oder Blähungen und Durchfall. Wähle also sicherheitshalber für deinen Laktoseintoleranztest einen ruhigen Tag ohne Verpflichtungen.