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Fructoseintoleranz, Äpfel, Birne, Weintrauben
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Fructoseintoleranztest: So findest du heraus, ob du betroffen bist

Wenn dein Körper Fructose nicht richtig verarbeitet, sind die Symptome vielfältig: Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung und Übelkeit sind mögliche Folgen. Doch wenn du nach dem Essen solche Beschwerden hast, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass du an einer Fructoseintoleranz leidest. Denn solche Symptome können auch andere Ursachen haben – sie treten zum Beispiel auch häufig bei einem Reizdarm oder einer Laktoseintoleranz auf. Zudem beginnen die Beschwerden nicht immer gleich nach dem Essen. Bei einer Fructose-Intoleranz können sich Symptome bis zu 24 Stunden nach der Fructose-Aufnahme zeigen. Eine sichere Diagnose ist daher schwierig. Wir erläutern die Möglichkeiten, eine Fructoseintoleranz zu diagnostizieren.

Ernährungs- und Symptomtagebuch erleichtern die Diagnose

Insbesondere nachdem du Obst gegessen hast, zeigen sich die typischen Anzeichen einer Fructoseintoleranz? Dann ist es empfehlenswert, herauszufinden, ob du tatsächlich an der Fruchtzucker-Unverträglichkeit leidest. Bei der Diagnose hilft das Führen eines Ernährungstagebuchs. Darin hältst du alle Mahlzeiten, die du zu dir nimmst, genau fest. Notiere zum Essen auch die Uhrzeit. Parallel dazu führst du am besten ein Symptomtagebuch, in dem du dein Wohlbefinden und mögliche Beschwerden festhältst. Ein Tagebuch allein reicht allerdings nicht aus, um eine verlässliche Diagnose zu erstellen. Trotzdem ist das Führen eines Ernährungs- oder Symptomtagebuchs sinnvoll, da dieses dem Arzt oder der Ärztin bei der Diagnose wertvolle Hinweise liefert.

H2-Atemtest: Die gängigste Diagnose

Der am häufigsten angewendete Fructoseintoleranztest ist der sogenannte H2-Atemtest. Dieser misst den Wasserstoffgehalt (H2) in deinem Atem. Wie funktioniert dieser Test? Vor der Durchführung ist es notwendig, dass du mindestens zwölf Stunden nichts isst. Auch manche Kaugummis enthalten Fructose, also solltest du auf die auch besser verzichten. Das Ärzteteam testet zuerst den Wasserstoffgehalt deines Atems auf nüchternem Magen. Anschließend trinkst du eine Fructoselösung. In einem Abstand von 30 Minuten wiederholst du den Atemtest.

Wie erfolgt nun anhand dieses Tests die Diagnose einer möglichen Fructoseintoleranz? Normalerweise wird Fructose im Dünndarm absorbiert. Bei einer Intoleranz gelangt der Zucker jedoch bis in den Dickdarm. Dort verarbeiten Bakterien die Fructose, wodurch Wasserstoff (H2) freigesetzt wird. Die kleinen Moleküle gehen über die Darmschleimhaut direkt ins Blut und werden über die Lunge abgegeben. Daher ist der H2-Gehalt in deinem Atem ein Indiz für eine bestehende Fructoseintoleranz.

Fructoseintoleranz Bluttest: Eine umstrittene Alternative

Der H2-Atemtest ist die häufigste Methode, um eine Fructoseintoleranz festzustellen. Der Blutzuckertest hingegen ist eine weniger gängige Alternative. Wie beim Atemtest kommst du bei dieser Untersuchung mit nüchternem Magen zu deinem Arzt oder deiner Ärztin. Dann misst man nach der Entnahme eines Tropfen Bluts deinen Blutzuckerspiegel. Danach trinkst du eine Fructose-Wasser-Lösung. Dein Arzt oder deine Ärztin testet anschließend nach (statt alle?) 30 Minuten erneut den Blutzuckerspiegel. Normalerweise erhöht sich dieser durch die aufgenommene Fructose. Warum? Der Zucker gelangt über die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf und erhöht so den Blutzuckerspiegel. Ist der Transport gestört, ändert sich der Zuckergehalt im Blut nicht. Dieser Test ist umstritten, da die Analysen nur begrenzt aussagekräftig sind1.

Fructoseintoleranz-Selbsttest: Mit Fragebogen und Apfelsaft

Online findest du zahlreiche Fragebögen, mit denen du Hinweise auf eine bestehende Fructoseintoleranz gewinnen kannst. Diese Fructoseintoleranztests ersetzen jedoch keine umfangreiche Diagnose eines Ärzteteams. Doch die Fragen und Antworten liefern zumindest erste Indizien, ob eine Fruchtzucker-Unverträglichkeit Ursache für deine Beschwerden sein könnte. So sammelst du schon vor einer professionellen Diagnose wichtige Informationen.

Tipp

Du hast auch die Möglichkeit, zuhause einen Selbsttest auf Fructoseintoleranz durchzuführen. Der Ablauf dieses Provokationstests ähnelt dem professionellen Versuchsablauf: Trinke vor der ersten Mahlzeit am Morgen ein Glas Apfelsaft, ungefähr 250 Milliliter. Achte darauf, dass das Getränk 100 Prozent Fruchtgehalt hat, damit es ausreichend Fructose enthält. Eine größere Menge ist nicht notwendig und sogar nachteilig. Auch Menschen ohne Unverträglichkeit verarbeiten Fructose nur in begrenzten Mengen. Natürlich funktioniert der Versuch auch mit anderen fructosereichen Lebensmitteln. Warte ungefähr eineinhalb Stunden ab und achte in dieser Zeit auf auftretende Symptome. Bekommst du Bauchschmerzen, treten Blähungen oder auffallende Darmgeräusche auf, ist möglicherweise die Fructose Auslöser der Beschwerden.

Fazit: Unverträglichkeit von Fructose – Selbsttest oder Arztbesuch?

Ein Selbsttest zuhause ersetzt keine professionelle Diagnose eines Arztes oder einer Ärztin. Doch nach dem vorläufigen Ergebnis eines Fragebogens oder Selbsttests hast du zumindest einen Hinweis darauf, ob du bis zu deinem Arzttermin Fructose in deiner Ernährung reduzieren solltest, um das Beschwerderisiko zu senken. Das Führen eines Ernährungs- und Symptomtagebuchs erleichtert zusätzlich eine ärztliche Diagnose. Zudem hilft es dir eventuell dabei, herauszufinden, welche fructosehaltigen Lebensmittel du besser als andere verträgst. Die aktuell gängigste Diagnostizierung einer Fructoseintoleranz erfolgt über einen H2-Atemtest.

1. https://www.daab.de/ernaehrung/nahrungsmittel-unvertraeglichkeit/fruktose-nein-danke/

http://sc.biomes.world/wp-content/uploads/2021/04/paul-400x360.jpgasd
Paul Dr. Hammer
CEO & Founder
Dr. Paul Hammer ist Gründer und CEO der Biomes NGS GmbH. Paul promovierte 2012 in Systembiologie und Bioinformatik.
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