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Fructosemalabsorption: Häufigste Ursache für Fructoseintoleranz
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Fructosemalabsorption: Häufigste Ursache für Fructoseintoleranz

Viele Betroffene kennen das Gefühl: Nach dem Verzehr von bestimmten Lebensmitteln treten Symptome wie Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall auf. Ursache dafür kann eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder -intoleranz sein. Eine Fructoseintoleranz kann die Ursache dieser Beschwerden sein. Darunter versteht man die Unverträglichkeit von Fructose (Fruchtzucker), die auf Störungen in der Aufnahme oder dem Abbau des Zuckers zurückgeht. Es gibt drei Arten von Störungen des Fructose-Stoffwechsels, die jeweils andere Ursachen haben: die Fructosemalabsorption, die hereditäre Fructoseintoleranz sowie die essenzielle Fructosurie.

Wie verarbeitet der Körper Fructose?

Damit du verstehst, wie es zu den Störungen in der Verarbeitung von Fructose kommt, erklären wir kurz den Fructose-Stoffwechsel: Fructose ist ein Einfachzucker und gehört zur Gruppe der Kohlenhydrate. Nimmst du fructosehaltige Lebensmittel zu dir, verarbeitet dein Körper den Fruchtzucker wie folgt: Im Dünndarm nimmt das Transportprotein GLUT-5 die Fructose auf, um sie anschließend an den Blutkreislauf abzugeben. Von dort gelangt der Zucker in die Leber, wo Enzyme ihn weiter abbauen.

Fructosemalabsorption – Störungen bei der Fructose-Aufnahme

Eine Fructoseintoleranz wird in den meisten Fällen von einer Fructosemalabsorption verursacht, auch intestinale Fructoseintoleranz genannt. Dies bedeutet so viel wie „schlechte Fruchtzuckeraufnahme“. Die Aufnahme der Fructose im Darm ist dabei gestört, weil die GLUT-5-Proteine Fructose nicht ausreichend verarbeiten. Statt in den Blutkreislauf gelangt die Fructose unverdaut in den Dickdarm. Dort wandeln Darmbakterien den Fruchtzucker um. Durch diesen Vorgang entstehen unter anderem kurzkettige Fettsäuren und Gase. Diese führen zu den typischen Symptomen wie Blähungen oder Durchfall. Das ist zwar sehr unangenehm, aber erst einmal nicht gefährlich.

Schätzungen zufolge leidet jeder dritte Erwachsene zumindest zeitweise oder dauerhaft an einer Fructosemalabsorption1. Bei dieser Form von Fructoseintoleranz ist die Aufnahmefähigkeit von Fructose durch die reduzierte Kapazität der GLUT-5-Transporter verringert. Wie viel Fruchtzucker jemand aufnehmen kann, ohne Beschwerden zu entwickeln, ist individuell verschieden. Ein kompletter Verzicht auf Fructose ist bei dieser Form meistens nicht notwendig.

Die Ursachen der Fructosemalabsorption

Wie kommt es zu einer Fructosemalabsorption? Diese Form von Intoleranz kann sowohl vererbt werden als auch im Laufe des Lebens entstehen. Die möglichen Ursachen der erworbenen Fructoseintoleranz sind vielseitig und reichen von langjähriger falscher Ernährung über anhaltenden Stress bis hin zur Einnahme bestimmter Medikamente. Auch infolge einer Magen-Darm-Erkrankung kann sich eine Fructosemalabsorption entwickeln.

Bleibt die Störung längere Zeit bestehen, führt das unter Umständen zu einer Veränderung der Darmflora. Dadurch treten die unangenehmen Symptome möglicherweise auch dann auf, wenn du Lebensmittel verzehrst, die gar keine Fructose beinhalten.

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Hereditäre Fructoseintoleranz – die erbliche Stoffwechselstörung

Die stärkste Form der Fructoseintoleranz tritt zugleich auch äußerst selten auf. Anders als bei der Fructosemalabsorption ist bei dieser Form nicht die Aufnahme, sondern der Abbau von Fructose gestört. Ein erblich bedingter Enzymdefekt löst die Unverträglichkeit aus. Die hereditäre Fructoseintoleranz (HFI) zeigt sich daher in der Regel bereits im Säuglingsalter, sobald das Baby fructosehaltige Nahrung zu sich nimmt. Der Mangel des Enzyms Aldolase B führt zu einem unzureichenden Abbau von Fructose in der Leber. Schon sehr kleine Mengen Fruchtzucker verursachen massive Störungen. Zu den Symptomen zählen Unterzuckerung, Übelkeit, Erbrechen, Zittern oder Krampfanfälle. Wenn du betroffen bist und fructosehaltige Lebensmittel nicht meidest, können schwere Leber- und Nierenschädigungen entstehen.

Essenzielle Fructosurie – die unbemerkte Form

Die essenzielle Fructosurie ist wie die hereditäre Fructoseintoleranz genetisch bedingt, sie ist allerdings ungefährlich und ruft meistens keine Symptome hervor. Bei dieser Form der angeborenen Fructoseintoleranz führt der Ausfall des Enzyms Fructokinase in der Leber zu einem Anstieg des Fructosespiegels im Blut. Der Fachbegriff dafür ist Fructosämie. Der Überschuss wird meist über die Niere und damit über den Harn ausgeschieden. Diese Form der Fructoseintoleranz ist nach dem Überschuss an Fructose im Urin benannt – Fructosurie.

1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE): Essen und Trinken bei Fructosemalabsorption 2011. https://www.dge.de/uploads/media/DGE-Pressemeldung-intern-04-2011-DGE-Infothek-Fructose.pdf

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Paul Dr. Hammer
CEO & Founder
Dr. Paul Hammer ist Gründer und CEO der Biomes NGS GmbH. Paul promovierte 2012 in Systembiologie und Bioinformatik.
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