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Leckerer Obstsalat mit frischen Früchten
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Fructoseintoleranz: Typische Symptome

Mit einer Fructoseintoleranz und den typischen Symptomen machen viele Menschen in ihrem Leben Bekanntschaft. Fructose (Fruchtzucker) ist natürlicherweise in Obst und vielen Gemüsesorten enthalten. Als beliebtes und günstiges Süßungsmittel steckt es aber auch in industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln, beispielsweise in Fertiggerichten und Softdrinks. Es passiert also schnell, dass wir zu viel Fruchtzucker aufnehmen – und dann treten mitunter die typischen Symptome der Fructoseunverträglichkeit auf.

Verschiedene Arten der Fructoseintoleranz

Häufig wird von der Fructoseintoleranz gesprochen, tatsächlich aber gibt es zwei Formen: die angeborene, hereditäre Fructoseintoleranz und die erworbene, intestinale Fructoseunverträglichkeit. Die angeborene und in der Regel vollständige Intoleranz gegenüber Fruchtzucker tritt selten auf. Neben Unterzuckerung können schwere Störungen von Leber und Darm die Folge sein.

In den meisten Fällen liegt jedoch die deutlich milder verlaufende Fructoseunverträglichkeit beziehungsweise Fructosemalabsorption vor. Hierbei kommt es aufgrund einer übermäßigen Aufnahme von Fructose zu Beschwerden: Die Bakterien im Dünndarm können den Fruchtzucker nicht vollständig verarbeiten, weswegen er weiter in den Dickdarm wandert. Dort entstehen bei der Verstoffwechselung der Fructose Gase, woraus die unangenehmen Symptome resultieren.

Eine Fruchtzuckerintoleranz tritt häufig vorübergehend auf, da es gute Therapiemöglichkeiten gibt. Zu den Ursachen der Fructoseunverträglichkeit zählt häufig eine falsche Ernährung. Generell haben Nahrungs­mittel­unverträg­lichkeiten in den letzten Jahren und Jahrzehnten deutlich zugenommen1. Als Gründe dafür gelten die veränderte Ernährungsweise, häufige Antibiotika-Einnahmen sowie die Zunahme an Kaiserschnitten: All das hat Einfluss auf die Zusammensetzung des Mikrobioms.

Typische Symptome einer Fructoseintoleranz

Die typischen Symptome einer Fructoseintoleranz haben mit der Verdauung zu tun. Blähungen treten meist zuerst auf, da bei der Verarbeitung der Fructose im Dickdarm Gase entstehen. Daraus resultieren weitere Symptome der Fructosemalabsorption, etwa ein starkes Völle- und Spannungsgefühl sowie Bauchschmerzen und Krämpfe. Auch breiiger Stuhl oder Durchfall kann auf eine Unverträglichkeit hindeuten, genauso Verstopfung.

Weitere Beschwerden sind Sodbrennen, Übelkeit oder Erbrechen sowie unspezifische Symptome. Denn auch Schwindel, Kopfschmerzen, eine allgemeine Abgeschlagenheit oder Müdigkeit können auf eine Fructoseunverträglichkeit hindeuten.

Aufgrund der Vielfalt an Beschwerden fällt die Diagnose nicht immer leicht. Am ehesten kommt man einer Fruchtzuckerunverträglichkeit auf die Spur, indem man den Speiseplan und die Beschwerden genau dokumentiert.

Wann treten die Beschwerden bei einer Fructoseintoleranz auf?

Um Beschwerden einer Unverträglichkeit von Fruchtzucker zuordnen zu können, muss man wissen, wann sich die Symptome zeigen. Meistens treten sie kurz nach dem Essen auf; innerhalb von einer halben Stunde bis anderthalb Stunden kann es zu Bauchschmerzen oder weiteren Beschwerden kommen. Manche Betroffene reagieren allerdings sehr viel später – bis zu 24 Stunden nach einer Mahlzeit – auf die Fructose. Diese verzögert auftretenden Symptome lassen sich nur schwer mit einem Auslöser in Verbindung bringen.

Dass sich eine Fructosemalabsorption und ihre Symptome keineswegs nach jeder Mahlzeit zeigen müssen und die Beschwerden häufig unterschiedlich stark ausfallen, macht die Diagnose noch komplizierter.

Therapie und Langzeitfolgen einer unbehandelten Fructoseintoleranz

Wenn du den Verdacht hast, unter einer Fructoseunverträglichkeit zu leiden, solltest du zu einem Arzt oder einer Ärztin gehen; sie können eine genaue Diagnose stellen. Dazu führen sie zunächst einen Atemtest durch. Außerdem wirst du deine Ernährung vorübergehend umstellen und beobachten, wie sich die Beschwerden entwickeln. Sollte der Arzt oder die Ärztin bei dir eine Überempfindlichkeit gegenüber Fruchtzucker feststellen, ist eine langfristige Anpassung der Ernährung meist eine hilfreiche Therapie.

Wenn eine Fructoseintoleranz lange unerkannt und unbehandelt bleibt, kann dies zu Langzeitfolgen führen, unter anderem:

  • Mangelerscheinigungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Heißhungerattacken
  • Hautproblemen
  • Fettlebere
  • Gewichtszunahme oder -abnahme
  • Mundgeruch

Fructoseunverträglichkeit: Die Symptome abmildern

Eine Ernährungsumstellung ist bei einer Fructoseunverträglichkeit deshalb eine so gute Behandlungsform, weil die meisten Betroffenen nicht generell allergisch gegen Fruchtzucker sind, sondern lediglich die Menge überschritten haben, die ihr Körper normal verstoffwechseln kann. Auch ein Ungleichgewicht der Darmbakterien kann eine Fructosemalabsorption begünstigen. Studien deuten darauf hin, dass Probiotika helfen können, Nahrungs­mittel­unverträg­lichkeiten vorzubeugen und entgegenzuwirken2 .

Wenn sich bei dir nur hin und wieder Symptome einer leichten Fructoseintoleranz zeigen, kannst du ihnen mit ein paar Maßnahmen vorbeugen. Ein kompletter Verzicht auf Fruchtzucker ist nicht empfehlenswert – sofern du nicht an einer hereditären Fructoseintoleranz leidest. Denn dies würde zu Mangelerscheinungen führen. Du solltest jedoch Lebensmittel essen, die nur einen geringen Gehalt an Fruchtzucker haben, beispielsweise Bananen, Beeren oder Aprikosen. So reduzierst du die Fructosezufuhr.

Zudem kann die gemeinsame Aufnahme von Obst mit anderen Lebensmitteln helfen, dass die Nahrung langsamer durch den Verdauungstrakt transportiert wird und so mehr Fructose auf dem Weg verdaut werden kann. Ein weiterer Tipp: Zuckerersatzstoffe wie Sorbitol, Xylit oder Isomalt blockieren die Aufnahme von Fructose. Meide sie also möglichst, dann gehen eventuell einige Symptome der Fructoseintoleranz zurück oder verschwinden ganz.

1. https://www.sciencemag.org/news/2014/08/gut-microbe-stops-food-allergies

2. Shu, S.-A., Yuen, A. W. T., Woo, E., Chu, K.-H., Kwan, H.-S., Yang, G.-X., … Leung, P. S. C. (2018). Microbiota and Food Allergy. Clinical Reviews in Allergy & Immunology. doi:10.1007/s12016-018-8723-y

http://sc.biomes.world/wp-content/uploads/2021/04/paul-400x360.jpgasd
Paul Dr. Hammer
CEO & Founder
Dr. Paul Hammer ist Gründer und CEO der Biomes NGS GmbH. Paul promovierte 2012 in Systembiologie und Bioinformatik.
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