Sodbrennen: Das steckt hinter dem brennenden Schmerz

Ein brennender Schmerz hinter dem Brustbein, der sich bis zum Rachen ausbreitet – dieses unangenehme Gefühl beschreibt sogenanntes Sodbrennen. Wenn du darunter leidest, bist du in Deutschland bei weitem nicht allein: rund 20 Millionen Menschen sind hierzulande von Sodbrennen betroffen.1 Genauer gesagt: jeder Vierte leidet zumindest einmal im Monat an dem brennenden Gefühl.2 BIOMES erklärt, was Sodbrennen genau ist und warum es häufig mit Reflux in Verbindung steht.

Die Definition von Sodbrennen

Sodbrennen ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Viele kennen das Gefühl nach einem üppigen Essen. Wenn du nur selten unter dem brennenden Schmerz leidest, lindern einfache Mittel die akuten Beschwerden. Langfristige Folgen sind in der Regel nicht zu befürchten. Chronisches oder starkes Sodbrennen hingegen hat möglicherweise eine bestehende Krankheit als Ursache, zum Beispiel eine chronische Darmerkrankung In diesem Fall tritt Sodbrennen häufig in Kombination mit weiteren Symptomen auf. Diese ziehen möglicherweise weitere, teils schwerwiegende Folgeerkrankungen nach sich.

Reflux: Wenn Magensäure die Speiseröhre angreift

Der Begriff Reflux steht mit Sodbrennen eng in Zusammenhang. Doch was ist Reflux? Dabei handelt es sich um den medizinischen Fachausdruck für Rückfluss. In Verbindung mit Sodbrennen bezeichnet Reflux den Rückfluss von saurem Magensaft in die Speiseröhre. Magensäure ist prinzipiell etwas Gutes. Damit zerkleinert dein Körper Nahrung und bereitet diese für die Verdauung vor. Außerdem spielt der saure Magensaft eine wichtige Rolle beim Töten von Krankheitserregern. Damit die Magensäure dabei nicht den eigenen Körper angreift, sind deine Magenwände gut dagegen geschützt. Andere Bereiche deines Körpers hingegen sind nicht auf die aggressive Flüssigkeit vorbereitet – darunter auch deine Speiseröhre. Diese wird gereizt und es entsteht das typische Leitsymptom von Reflux: Sodbrennen. Normalerweise verhindert ein Schließmuskel, dass Magensäure den Magen verlässt und bis zur Speiseröhre gelangt. Der Muskel fungiert als Ventil und öffnet sich nur dann, wenn du trinkst oder isst. So gelangen Nahrung und Flüssigkeiten in deinen Magen.
Doch in manchen Fällen gelangt die Magensäure trotz des Schließmuskels bis in die Speiseröhre. Für Reflux gibt es verschiedene Ursachen. Manche davon führen nur zum seltenen Aufkommen von Sodbrennen. Ein Beispiel dafür ist eine Überproduktion von Magensäure durch übermäßigen Alkoholkonsum. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass eine chronische Krankheit dem Sodbrennen zugrunde liegt. Bei der sogenannten Refluxkrankheit öffnet sich der Schließmuskel auch dann, wenn du gerade nichts zu dir nimmst. Stattdessen fließt dadurch auf umgekehrtem Weg Magensäure in die Speiseröhre.

Chronisches Sodbrennen – mögliche Folgeerkrankungen

Bei einer häufigen Reizung der Speiseröhre sind die möglichen Beschwerden und Folgeerkrankungen weitreichend. Diese treten aber nicht bei allen Betroffenen auf. Mehr als die Hälfte der Betroffenen mit Refluxkrankheit und wiederholt auftretendem Sodbrennen weisen keine sichtbaren Schäden der Speiseröhre auf. Bei manchen Betroffenen verläuft die Krankheit jedoch schwerer und führt zu Schleimhautschäden. Diese Schäden entstehen in der Regel erst dann, wenn die Beschwerden häufig und längerfristig auftreten. Weitere mögliche Auswirkungen sind Blutungen, Geschwüre, Schluckbeschwerden oder Veränderungen der Schleimhaut. Eine besonders schwerwiegende Folge ist ein Refluxkarzinom, also eine Krebserkrankung der Speiseröhre. Diese tritt aber sehr selten auf.

Bei akutem Sodbrennen können dir verschiedene Selbsthilfe-Maßnahmen oder rezeptfreie Medikamente helfen. Handelt es sich um starkes Sodbrennen oder verläuft der Reflux chronisch, ist der Besuch von Gastroenterolog*innen ratsam. Diese klären durch ein Anamnesegespräch und eine körperliche Untersuchung Ursache und mögliche Folgen der Beschwerden ab.

Stiller Reflux: Refluxkrankheit ohne Sodbrennen

Eine Refluxerkrankung bleibt leicht unbemerkt, wenn das typische Symptom ausbleibt. Stiller Reflux bezeichnet genau diesen Fall: dabei tritt kein Sodbrennen auf und du empfindest keine Schmerzen hinter dem Brustbein. Die Folgen und das Entzündungsrisiko ähneln aber den Fällen, bei denen eine Refluxkrankheit vorliegt. Vorsicht ist vor allem dann geboten, wenn bei dir oder einem Familienmitglied Sodbrennen bereits einmal aufgetreten ist. Außerdem gibt es einige Symptome, die bei wiederkehrendem oder chronischem Vorkommen ein Hinweis auf einen stillen Reflux sein können. Dazu zählen Heiserkeit, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Husten, Räuspern, Infekte der Atemwege oder eine Kehlkopfentzündung. Das Auftreten dieser Symptome ermöglicht jedoch keine verlässliche Selbstdiagnose. Es ist daher ratsam, durch ärztliches Fachpersonal eine mögliche Refluxerkrankung abzuklären.
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