Sodbrennen: Symptome treten gemeinsam auf

Spürst du ein Brennen hinter dem Brustbein, leidest du vermutlich unter Sodbrennen. Dieses unangenehme Gefühl kennen rund 20 bis 25 Prozent der Bevölkerung in Deutschland.1 Doch leider bleibt es bei vielen Betroffenen nicht dabei – denn häufig kommen weitere Symptome zum Sodbrennen hinzu. Es gibt verschiedene Auslöser, die dieses Brennen verursachen. Dementsprechend unterschiedlich sind auch die Beschwerden, die damit einhergehen. BIOMES erklärt, welche Symptome das sind und welche Rückschlüsse daraus gezogen werden können.

Sodbrennen: Das Reflux-Symptom

Der brennende Schmerz beim Sodbrennen entsteht, weil Magensäure in die Speiseröhre gelangt. Normalerweise verhindert ein Schließmuskel diesen Vorgang. Doch unter bestimmten Voraussetzungen übertritt die Säure diese Barriere. Der Begriff „Reflux“ ist der Fachbegriff für diesen Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre. Dort ist die empfindliche Schleimhaut nicht auf den Kontakt vorbereitet. Die Reizung der Speiseröhre führt zum bekanntesten Reflux-Symptom: Sodbrennen. Betroffene fassen mit diesem Begriff häufig verschiedene Symptome bei Reflux zusammen, die jedoch differenziert betrachtet werden sollten. Suchst du eine Ärztin oder einen Arzt auf, ist es ratsam, alle Beschwerden genau zu definieren. Dadurch erleichterst du eine Diagnose und Feststellung der Ursache.

Weitere Symptome bei Sodbrennen

Manche Betroffene bringen den drückenden oder brennenden Schmerz hinter dem Brustbein mit der Herzregion in Verbindung. Dies ist jedoch ein Trugschluss, denn Symptome bei Sodbrennen belasten das Herz nicht. Es gibt jedoch eine Vielzahl anderer Symptome, die durch Reflux bei manchen Personen zeitgleich mit Sodbrennen auftreten:

Aufstoßen von Luft und saures Aufstoßen

Es ist ein vollkommen normaler Vorgang, wenn Luft aus dem Magen aufgestoßen wird. Ist jedoch die Menge der Magensäure zu groß, transportiert die Luft gegebenenfalls auch Mageninhalt mit. Gelangt dieser bis in den Mund, kann es zu einer Rachen- oder Kehlkopfentzündung kommen. Außerdem greift der Mageninhalt möglicherweise den Zahnschmelz an.

Heiserkeit und Halsschmerzen

Wenn Magensäure bis zur Speiseröhre gelangt, sind schnell auch andere Bereiche deines Körpers betroffen. Heiserkeit und Halsschmerzen gelten als mögliche Indizien dafür, dass dein Rachen oder deine Stimmbänder von der aggressiven Flüssigkeit gereizt sind.

Husten

Ein weiteres Reflux-Symptom ist Husten. Die Gründe dafür sind ähnlich wie bei Heiserkeit und Halsschmerzen: Die aufsteigende Magensäure reizt häufig auch die Atemwege. Eine längerfristige und permanente Reizung von Hals und Atemwegen löst möglicherweise einen chronischen Husten aus. Gelangt die Magensäure sogar bis in die Lunge, gehört die Lungenentzündung zu den schwerwiegenderen Folgen.

Husten

Dein Magen braucht Magensäure. Durch sie ist das Milieu in diesem Bereich prinzipiell sauer. Das ist notwendig, um aufgenommene Nahrung zu zerkleinern und Krankheitserreger abzutöten. Dementsprechend sind Magenwände gut für die saure Umgebung gerüstet. In manchen Fällen ist die Magensäureproduktion jedoch zu hoch. Dann übersäuert der Magen und das System kommt aus dem Gleichgewicht. Das bemerkst du durch unangenehme Magenschmerzen. Sie sind möglicherweise auch ein Zeichen dafür, dass das bakterielle Gleichgewicht im Darm gestört ist.

Mundgeruch und unangenehmer Geschmack im Mund

Jeder weiß: Verdautes Essen überzeugt nicht gerade mit gutem Geruch. Das gilt auch für den Mageninhalt, der bei Reflux bis in die Speiseröhre aufsteigt. Die Sprech- oder Atemluft transportiert den schlechten Geruch nach außen, wodurch Mundgeruch entsteht.

Kloßgefühl und Schluckbeschwerden

Der Fachbegriff für dieses Symptom ist „Globus Syndrom“. Die Reizung durch die Magensäure führt in manchen Fällen zu Schwellungen im Hals. Dadurch hast du das Gefühl, etwas würde in deinem Hals stecken. Tatsächlich verhindern Schwellungen, dass du Nahrung problemlos schlucken kannst.

Weitere Symptome

Die Symptome der Refluxkrankheit sind sehr individuell. Zusätzlich zu den bereits genannten sind mögliche Beschwerden bei Reflux:

  • Schmerzen und Brennen beim Schlucken
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Völlegefühl
  • Räusperzwang
  • Übelkeit
  • Beachte, dass manche Verhaltensweisen die Beschwerden zusätzlich verstärken, zum Beispiel Alkohol, üppige Mahlzeiten oder zu viel Liegen.

    Stiller Reflux: Symptome bleiben aus

    Sodbrennen ist das Leitsymptom bei Reflux. Es besteht jedoch auch bei ausbleibendem Sodbrennen die Möglichkeit, dass Patient*innen unter der Refluxkrankheit leiden. In diesem Fall handelt es sich um den sogenannten stillen Reflux. Ob mit oder ohne Sodbrennen, der Vorgang in deinem Körper bleibt der gleiche: Magensäure gelangt bis zur Schleimhaut der Speiseröhre und reizt diese. Nur die Schmerzen bleiben beim stillen Reflux aus. So angenehm dies auf den ersten Blick klingen mag – eine Diagnose ist dadurch deutlich schwerer. Umso wichtiger ist es deswegen, auf andere Beschwerden Acht zu geben und diese mit Ärzt*innen abzuklären. Die Symptome bei stillem Reflux sind unspezifischer; auf sie zu achten, hilft aber dennoch bei der Diagnose. Husten zählt zu den aussagekräftigsten Hinweisen, wenn das Symptom Sodbrennen ausbleibt.
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