BIOMES Live Q&A: Probiotika und die Wirkung auf das Mikrobiom

In unserem BIOMES Live Q&A beantworten die Experten und Expertinnen von BIOMES regelmäßig die Fragen interessierter Zuschauer und Kunden. Heute ging es mit Dr. Tewodros Debebe und Marvin um Probiotika, probiotische Lebensmittel und dessen Bedeutung für unser Mikrobiom.

Die wichtigsten Informationen Im Überblick

Definition Probiotika

Zum Einstieg ging es um die Definition von Probiotika, warum wir sie überhaupt thematisieren und wofür sie gut sind. Hier bezog sich der Mikrobiologe auf Definitionen der WHO und verband den Nutzen mit den Themen vorangegangener Live Q&A's - den Vitaminen:
Antwort

2011 hat die WHO folgende Definition von Probiotika festgestellt: Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die uns gesundheitlichen Nutzen bringen, sofern sie in ausreichender Menge eingesetzt werden.

Probiotika sind wichtig für unser Darm-Mikrobiotia. Sie unterstützen uns in den unterschiedlichsten Bereichen, wie z.B. das Immunsystem, die Verdauung oder auch die Vitamin-Biosynthese (Vitamin B12, K, und weitere).

Probiotika können uns auch gegen schlechte Mikroben (Krankheitserreger) schützen.

 

 

Glutenunverträglichkeit

Nachdem die Definition von Probiotika stand, widmeten sich Theo (Tewodros) und Marvin Fragen von Nutzern:

Können Bakterien bei einer Glutenunverträglichkeit helfen?

Antwort

Eine Glutenunverträglichkeit ist eine Allergie = unser Immunsystem reagiert gegen das Eiweiß. Es gibt Studien, die besagen, dass Probiotika, bzw. bestimmte Bakterien an dieser Stelle helfen können. Bestimmte Bakterien sollen unser Immunsystem schulen können, sodass sie nicht gegen bestimmte Nährstoffe reagieren.

Dies wäre ein Prozess und man müsste das Darmmikrobiom kontinuierlich daran gewöhnen.

Allerdings ist diese Fragestellung noch nicht ausreichend erforscht, sodass man nicht mit Gewissheit eine Aussage treffen kann.

 

 

Lebensumstände beeinflussen das Mikrobiom

Weitere Fragen von Nutzern, betrafen die Auswirkungen von Stress und anderen besonderen Lebensumständen auf das Mikrobiom und ob etwaige Veränderungen des Mikrobioms durch diese Lebensumstände durch die Einnahme von probiotischen Nahrungsmittelergänzungen umgangen werden können.
Antwort

Es kann sein, dass die allgemeine Umwelt eines Menschen dazu beitragen kann, wie es um das Mikrobiom eines Menschen steht. Hat ein Mensch z.B. viel Stress - auf Arbeit oder psychischer Art - kann es sein, dass ihm ganz bestimmte Bakterien verloren gehen.

Ähnliches passiert, wenn man viel Alkohol trinkt oder raucht. Es wird angeraten, wenn man Probiotika zu sich nimmt, dass man versucht, seinem Darm so viel Gutes wie möglich zu gönnen - das bedeutet z.B. gesundes Essen und kein Alkohol, um den Darm nicht unnötig zu belasten.

Allerdings kann eine langfristige positive Veränderung des Mikrobioms nur mit einen Wandel der Lebensumstände erzielt werden.

 

 

Joghurt

Weitere Nutzerfragen drehten sich um den Konsum von Joghurt oder anderen fermentierten Milchprodukten aus dem Supermarkt:

Reicht der Verzehr von Joghurt um die Einnahme von Probiotika zu umgehen?

Antwort

Joghurt, bzw. fermentierte Milchprodukte enthalten probiotische Bakterien. Doch aufgrund der Massenprodukten, bzw. der industriellen Herstellung gibt es viele Joghurts, die über keinerlei probiotische Bakterien verfügen. Es gibt solche und solche Joghurts. Isst man einen Joghurt auf dessen Verpackung die Art und die Menge der probiotischen Bakterienstämme steht, müsste man evtl. keine Probiotika zu sich nehmen.

Was allerdings passiert, wenn man probiotische Joghurts zu sich nimmt, ist dass die Magensäure die probiotischen Bakterien zerstören kann. Probiotische Nahrungsergänzungsmittel hingegen verfügen über eine Kapsel, welche gegen die Magensäure resistent ist, sodass die Bakterienstämme ungehindert in den Darm gelangen können.

 

 

Antibiotika und Probiotika

Eine wichtige Frage betraf die Verwendung von probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln während der Einnahme von Antibiotika:

Sollte man Probiotika einnehmen, während man Antibiotika einnimmt?

Antwort

Kurz: Ja! Antibiotika haben grpßen Einfluss auf unser Darm-Mikrobiom. Die Diversität leidet unter Anibiotika, da auch die guten Bakterien "bekämpft" werden. Daher wird empfohlen, während der Antibiotika-Einnahme - spätestens danach, Probiotika einnimmt.

Während der Antibiotika-Einnahme ist zu beachten, dass man mind. 2-3h Zeit hat zwischen der Einnahme beider Kapseln.

Am besten baut man die Darmflora langsam wieder auf, um die Darmflora nicht zu überfordern. Es ist auch generell nicht zu empfehlen über lange Zeit hinweg Probiotika zu sich zu nehmen. Empfehlung: Für einen Monat eine Kapsel täglich, danach mind. 2 Wochen Pause.

 

 

Bauchbeschwerden nach Probiotika?

Die letzten Fragen aus der Community drehten sich um die Bekömmlichkeit von Probiotika und mögliche Nebenwirkungen, wie Bauchbeschwerden:

Kann es bei Probiotika manchmal zu extremen Bauchbeschwerden kommen?

Antwort

Normalerweise sollte man nach der Einnahme keine Beschwerden bekommen. Aber kaum oder selten kann es vorkommen, dass man in den ersten 1-3 Tagen Durchfall oder Blähungen davon bekommt.

ABER

Sollte es länger andauern, wird empfohlen die Dosierung zu halbieren.

Sollten die Beschwerden doch länger als eine Woche anhalten, wird empfohlen die Probiotika-Einnahme zu stoppen.

 

 

Probiotika für Reisende

Abschließend ging es bei dem Live Q&A um die positiven Auswirkungen von probiotischen Nahrungsergänzungslebensmitteln für Reisende und Urlauber in fernen Ländern:

Können Reisende von Probiotika profitieren?

Antwort

Manche Personen im Urlaub oder auf Riesen in ferne (Entwicklungs-)Ländern können unter z.B. Durchfall leiden - aufgrund von Infektion oder Vergiftung, o.ä. Hier kann es ratsam sein, Probiotika einzunehmen und ca. eine Woche vor Reisebeginn damit zu starten. Die sich im Probiotikum befindlichen guten Bakterien können nämlich dabei helfen, die schlechten Bakterien, die sich in manchen Lebensmitteln befinden können, zu bekämpfen.

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Mit dem Darmtest INTEST.pro findet man u.a. auch heraus, wie viele Bakterien man im Darm hat, die Vitamin B12 und K bilden können.

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