Virenabwehr stärken mit natürlichen „Immun-Boostern“


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Vielfalt der nützlichen Darmbakterien ist entscheidend für ein gutes Immunsystem

 

Wildau, 28. April 2020 – Die Corona-Pandemie stellt uns vor viele Herausforderungen, auch in Sachen Ernährung: Wir verbringen viel mehr Zeit zu Hause, müssen uns intensiver denn je mit dem Essen beschäftigen. Was kochen? Die Verführung ist groß, nach stark verarbeiteten Lebensmitteln zu greifen. Dabei verringern Fast Food und Convenience-Produkte mit vielen künstlichen Inhaltsstoffen die Diversität der Darmbakterien. Dies wiederum kann letztlich auch unsere Immunabwehr schwächen.

Experten wissen: Rund 80 Prozent aller Zellen, die für die körpereigene Abwehr entscheidend sind, befinden sich im Darm. Der Großteil der Darmmikroben (Mikroorganismen) ist äußerst nützlich und hält den geringeren Anteil der schädlichen Bakterien oder Viren in Schacht. Für ein gesundes Immunsystem während der Corona-Krise braucht es also keine Wunderpillen. Bereits die richtige Ernährung kann Wunder bewirken.

Das weiß auch Franziska Dreidax, Ernährungswissenschaftlerin bei BIOMES. BIOMES ist ein Biotechnologieunternehmen, das mithilfe moderner biotechnologischer Verfahren Bakterien untersucht, die in und am menschlichen Körper leben. Dreidax begleitet BIOMES-Kunden täglich auf ihrem Weg zu einer gesünderen Lebensweise. Sie sagt: „Eine gute Pflege und Ernährung unserer ‚Darmbewohner‘ ist gar nicht so schwierig. Jeder kann mit kleinen Schritten anfangen, seine Darmflora positiv zu beeinflussen.“ Eine ausgewogene Ernährung kurbelt die Zahl der nützlichen Darmbakterien an. „Neben der Immunabwehr sind sogar Verbesserungen bei psychischen Erkrankungen, Allergiesymptomen, Haut- und Verdauungsproblemen möglich“, so Dreidax weiter.

Was viele nicht wissen: auch das ‚Glückshormon‘ Serotonin wird zu über 95 Prozent im Darm hergestellt, und nicht im Gehirn. Ein Serotoninmangel kann sich unmittelbar auf die Stimmung auswirken und sich als Motivationslosigkeit, Müdigkeit oder depressive Stimmung äußern.

 

Mit diesen sechs Tipps gibt die Expertin den Schlüssel an die Hand, um das eigene Immunsystem mit gesunden Lebensmitteln oder kleinen Verhaltensänderungen zu stärken und bei guter Laune zu bleiben:

1. Diversität der Darmflora erhöhen: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Kohl, Äpfel oder Gemüsesäfte stecken voller wichtiger Ballaststoffe. Auch Probiotika in Form von Joghurt, Kefir oder fermentiertem Gemüse wie Sauerkraut sollten ausreichend aufgenommen werden. Wem das zu langweilig ist, kann zu Exotischerem wie Miso, Tempeh oder Tofu greifen.

 

2. Der Mix macht’s: Zu den wichtigsten Nährstoffen, die unser Immunsystem ankurbeln, zählen unter anderem die Spurenelemente Selen, Zink und Eisen sowie die antioxidativen Vitamine C und E. Auch auf Vitamin D ist zu achten, da sich über die Wintermonate oftmals ein unentdeckter Mangel entwickelt. Die Stoffe sind beispielsweise in verschiedenen Gemüse- und Obstsorten, Nüssen und diversen Ölen zu finden.

 

3. „Natürliche Entzündungshemmer“: Currypulver, Curcuma und Gelbwurz beinhalten sekundäre Pflanzenstoffe, die eine entzündungshemmende Wirkung ausüben und unser Immunsystem stärken. Aber auch die Bitterstoffe beispielswiese in Radicchio, Artischocken, Grünkohl, grüner Paprika, Grapefruit und Ingwer haben eine antibakterielle und beruhigende Wirkung.

 

4. Omega-Fettsäuren im Gleichgewicht halten: Omega-3-Fettsäuren hemmen Entzündungen und sind an der Aufnahme der Vitamine E, D, K und A beteiligt. Neben Fisch lassen sie sich beispielsweise über Lein- oder Wallnussöl, Nüsse, Samen, Kerne und Algen aufnehmen. Beim Pendant, den Omega-6-Fettsäuren (vor allem in Fleisch- und Wurstwaren sowie Sonnenblumenöl), sollte man hingegen vorsichtig sein – ein übermäßiger Verzehr begünstigt Entzündungsprozesse.

 

5. Auch Mikroben brauchen Sport: Bewegung ist nicht nur für die allgemeine körperliche Gesundheit ausschlaggebend, sondern spielt auch für die Mikroorganismen eine entscheidende Rolle, weil sich diese nur so durchmischen können. Schon ein kurzer Waldspaziergang senkt außerdem nachweislich den Spiegel des Stresshormons Cortisol im Blut.

 

6. Die Basics beherzigen: Wie positiv sich ein erholsamer Schlaf auf unseren Körper auswirkt, wissen wir alle nur zu gut. Jetzt ist eine optimale Zeit, um auch unseren Konsum von Zucker, Salz, Alkohol und Nikotin möglichst auf ein Minimum zu reduzieren und damit die körpereigene Abwehr noch mehr zu stärken.