Unverträglichkeiten und Allergien


Lesezeit: 2 Min.

Wenn Nahrungsmittel Bauchschmerzen bereiten

 

Wildau, 18. Juni 2020 – Jeder fünfte Deutsche leidet an einer Lebensmittelunverträglichkeit oder -allergie. Das fand unter anderem die letzte repräsentative Ernährungsstudie der Techniker Krankenkasse (TK) heraus. Und laut Verbraucherzentrale boomt der Markt für glutenfreie Lebensmittel. Doch Experten, so auch das Bundeszentrum der Ernährung, weisen darauf hin, dass es nicht sinnvoll ist, vorsorglich Lebensmittel aus dem Ernährungsplan zu streichen und auf etwa glutenhaltige Lebensmittel zu verzichten.

 

Das Problem: Oft verzichten Menschen auch ohne Diagnose auf bestimmte Nahrungsmittel. Wer bestimmte Lebensmittel nicht gut verträgt, verwechselt die Unverträglichkeit in vielen Fällen mit einer Allergie. Kein Wunder, denn manche Symptome ähneln sich: Juckende Haut oder juckender Gaumen sowie Bauchschmerzen nach dem Essen können sowohl auf eine Allergie als auch auf eine Unverträglichkeit hinweisen. Es gibt jedoch bedeutende Unterschiede. „Der größte Unterschied zwischen Lebensmittelallergie und Nahrungsmittelunverträglichkeit liegt in den Folgen“, weiß Franziska Dreidax, Nutritionist beim Biotechnologieunternehmen BIOMES. Die Ernährungswissenschaftlerin arbeitet bei BIOMES an der Entwicklung von individuellen Ernährungsplänen für Kundinnen und Kunden, die einen Mikrobiom-Test haben machen lassen. Sie sagt: „Eine Allergie, beispielsweise gegen Nüsse, kann tödlich sein. Das Immunsystem reagiert über und erkennt bestimmte Proteine aus der Nahrung als vermeintlich schädliche Stoffe.“ Bereits kleine Mengen können dazu führen, dass der Körper mit Hautreizungen, Husten, Magen-Darm-Beschwerden oder sogar plötzlicher Atemnot reagiert.

 

Nahrungsmittelunverträglichkeiten hingegen kommen deutlich häufiger vor als Lebensmittelallergien und sind normalerweise nicht lebensbedrohlich. Am weitesten verbreitet ist die Laktoseintoleranz: Laut Studie der TK vertragen sieben Prozent der Deutschen keinen Milchzucker. Zu den Symptomen der Unverträglichkeiten gehören Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Blähungen und Verstopfung. Auch Hautreaktionen können auftreten. Die Ursache: Der Darm ist nicht in der Lage, gewisse Nahrungsbestandteile zu verdauen.

 

Bei Allergien ist ein absoluter Verzicht auf entsprechende Lebensmittel notwendig. Einige Lebensmittelunverträglichkeiten dagegen können durch eine Anpassung der Ernährung verbessert werden. In beiden Fällen muss jedoch zunächst eine Diagnose vom Arzt erfolgen, bevor anschließend eine entsprechende, individuelle Therapie eingeleitet wird. Dreidax: „Man sollte nicht ohne Anleitung des Arztes oder Ernährungsfachkraft seine Ernährung extrem einschränken, da dies schlimmstenfalls zu Mangelernährung führen kann und die Diversität des Mikrobioms vermindert. In einer repräsentativen Querschnittsstudie haben wir bei BIOMES herausgefunden, dass beispielsweise eine unbegründet glutenfreie Ernährung die Anzahl der nützlichen Darmbakterien spürbar reduziert.“

 

Franziska Dreidax gibt Tipps und Hinweise, worauf Betroffene mit den vier häufigsten Unverträglichkeiten achten sollten, nachdem sie die jeweilige Diagnose erhalten haben:

 

  • Laktoseintoleranz: Viele Menschen mit einer Laktoseintoleranz kommen mit einer geringen Menge an Laktose gut zurecht. Diese Toleranzschwelle ist allerdings von Mensch zu Mensch verschieden und sollte daher individuell ausgetestet werden. Ein Ernährungstagebuch kann dabei sehr behilflich sein. Meistens werden säuerlich schmeckende Naturjoghurts ohne Zusätze, am besten in Bioqualität, vertragen. Aber auch andere fermentierte Milchprodukte wie Kefir oder Dickmilch, da die Laktose in diesen zum größten Teil durch die Bakterien abgebaut wurde.

 

  • Fruktoseunverträglichkeit: Die Fruktoseintoleranz, bei der ein absoluter Verzicht notwendig ist, ist angeboren. Eine Unverträglichkeit von Fruchtzucker hingegen entwickelt sich im Laufe des Lebens. Hierbei können Betroffene im Zuge ihrer Ernährungsumstellung geringere Fruktosemengen zu sich nehmen und beispielsweise ein paar wenige Aprikosen, Weintrauben oder Heidelbeeren in ihren Joghurt geben. Das Obst ist dann bekömmlicher und die im Joghurt enthaltenen Bakterien tun der Darmflora gut. Was die meisten nicht wissen: Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit, oft in Kaugummis enthalten, können die Fruktoseintoleranz verschlimmern. Lieber darauf verzichten.

 

  • Histaminintoleranz: Zu den histaminhaltigen Lebensmitteln zählen beispielsweise Käse, Rotwein, Ananas oder Schokolade. Da die Toleranzschwelle hier sehr individuell ist und die Diagnose sehr schwer, sollten Betroffene ein Ernährungs-Symptom-Tagebuch führen und unter Anleitung von Fachpersonal eine Ernährungsumstellung durchführen. Generell wird bei dieser Intoleranz empfohlen, frische Lebensmittel zu verwenden und Essen nicht erneut zu erwärmen.

 

  • Glutenunverträglichkeit: Es gibt drei Arten dieser Unverträglichkeit: Zöliakie, Weizenallergie und Weizensensitivität. Bei der extremsten Form der Glutenunverträglichkeit, der Zöliakie, handelt es sich um eine Autoimmunreaktion des Körpers, die sich als chronische Entzündung äußert. Das Klebereiweiß Gluten, das diese Reaktion auslöst, sollte daher ein Leben lang strikt vermieden werden. Bei der Erkrankung kann es auch zu Nährstoffmangel kommen, da die Entzündungen im Dünndarm die Aufnahme von Nährstoffen erschweren können. Eine Zöliakie bedarf einer medizinischen Diagnose mit anschließender Ernährungstherapie. Betroffene können auf Alternativen wie Kichererbsennudeln oder Produkte auf Basis von glutenfreien Getreiden zurückgreifen.

 

Diese Testverfahren entlarven Unverträglichkeiten und Allergien


Um festzustellen, ob eine Nahrungsmittelallergie oder eine Unverträglichkeit vorliegt, kommen unterschiedliche Testverfahren infrage. Beim Verdacht auf eine Allergie führen Ärztinnen und Ärzte meist einen Haut- oder Bluttest durch. Bei Hinweisen auf eine Unverträglichkeit gibt es kein Standardverfahren. Zur Prüfung einer Laktose- oder Fruktoseintoleranz kommt in der Arztpraxis beispielsweise ein Atemtest zum Einsatz. Bei selteneren Unverträglichkeiten ist der Nachweis oftmals schwierig. Hier kann es hilfreich sein, selbst Provokationstests durchzuführen und ein Ernährungstagebuch zu führen. Auch ein Darmmikrobiom-Test, den man in vertrauter Umgebung zuhause machen kann und ins Labor sendet, kann Aufschluss darüber geben, ob eine Person zu bestimmten Unverträglichkeiten neigt. Bei dem Testverfahren INTEST.pro von BIOMES erhalten die Kundinnen und Kunden nach abgeschlossener Analyse zusätzlich Tipps zur Steigerung des Wohlbefindens und einen individuellen Ernährungsplan.