Antibiotika

Antibiotika sind Medikamente, die häufig zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten eingesetzt werden, da sie auf der Wirkung basieren, Mikroorganismen im menschlichen Körper zu hemmen und abzutöten. In den letzten Jahren haben wissenschaftliche Studien jedoch immer mehr negative Begleiterscheinungen erforscht, die zeigen, dass Antibiotika nicht nur Krankheitserreger (sprich unerwünschte Bakterien) abtöten, sondern auch erwünschte Bakterien, die essentiell für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen sind.

Einfluss von Antibiotika auf unsere Darmflora

Dieser negative Einfluss auf die Darmflora schlägt sich zum einen in einer stark reduzierten Anzahl an Darmbakterien nieder, zum anderen darin, dass sich die Darmflora auch über einen langen Zeitraum nicht erholt, da sich nicht alle Darmbakterien selbstständig von einer Behandlung mit Antibiotika regenerieren. So kann die Einnahme von Antibiotika zu einem krankhaften Bakterienungleichgewicht führen, auch Dysbakterie genannt.

Eine Studie des Marine Biological Laboratory in Zusammenarbeit mit der Stanford University (Woods-Hole-Studie; Palo Alto, Kalifornien) zeigte, dass Teilnehmer vor Einnahme der Antibiotika zwischen 3300 und 5700 verschiedene Bakterienarten im Darm hatten, die sich nach der Einnahme um ein Drittel verringerten. Alle übrigen Bakterienarten veränderten sich im Mengenverhältnis so, dass von einer Dysbakterie gesprochen werden kann. Das Gleichgewicht der Darmflora war weder vier Wochen, noch sechs Monate nach der Antibiotika-Einnahme wiederhergestellt, da einige Bakterienstämme sich nicht wieder angesiedelt haben. Die Studie konnte somit nachweisen, wie negativ und langfristig die Auswirkungen von Antibiotika auf die Darmflora des Menschen sind.

Antibiotika gefährden unser Wohlbefinden

Eine gesunde Darmflora ist jedoch notwendig für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Denn die Darmbakterien regeln unsere Verdauung, die Abwehr von Krankheitserregern und die Stärke des Immunsystems. Wir leben mit Billionen von Mikroorganismen in einer symbiotischen Beziehung. Es leben ca. 10-mal mehr Mikroben in und am menschlichen Körper als körpereigene Zellen, wobei der Darm die Mehrheit an Mikroben beherbergt. Die Mikroben in unserem Darm – mehrheitlich nützliche Bakterien – wiegen bis zu 2 Kilogramm. Rund 30 Tonnen Nahrung und 50.000 Liter Flüssigkeit werden von ihnen im Laufe des Lebens verarbeitet.

Wir brauchen unsere Bakterien

Doch nicht alle Bakterien in unserem Darm sind erwünscht. Eine ausgeglichene, gesunde Darmflora besteht überwiegend aus nützlichen, sich positiv auf den Körper auswirkenden Bakterien, aber auch stets aus wenigen unerwünschten, sich negativ auf den Körper auswirkenden Bakterien.

Ein Ungleichgewicht im Darm kann neben Darmbeschwerden bis hin zur Ausbildungen von Auto-Immunreaktionen, Schwächung des Immunsystems, Lebensmittelunverträglichkeiten, Übergewicht, Adipositas und sogar psychischen Störungen führen.  

Vor allem kann mit der Einnahme von Antibiotika ein Teufelskreis beginnen, der auf einer Schwächung des Immunsystems beruht und Infekte und Pilzinfektionen begünstigt, die häufig wenige Wochen nach der Einnahme von Antibiotika beginnen und wieder mit Medikamenten behandelt werden müssen.

Daher sollte jeder Mensch genau abwägen, ob es eine Alternative zur Einnahme von Antibiotika gibt. Sprechen Sie Ihren Arzt ruhig auf das Thema an. Er wird Sie über mögliche Alternativen aufklären. Ist die Einnahme von Antibiotika unumgänglich, ist es sinnvoll, sich damit auseinanderzusetzen, wie das Gleichgewicht der Darmflora im Anschluss an die Medikation wiederhergestellt werden kann. Mehr dazu findest du hier.

Antibiotika verändern die Darmflora